Martin Walser - Leben und Schreiben: Tagebücher 1974-1978
Mit freundlicher Unterstützung der Buchhandlung Walthari
| Dienstag 10.05.11 20.15 Uhr Audimax, KG II | Martin Walser Leben und Schreiben Tagebücher 1974-1978 | ![]() Foto: © Karin Rocholl |
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Als 1976 der Roman "Jenseits der Liebe" erscheint, veröffentlicht die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine verheerende Kritik. Martin Walser ist niedergeworfen. Er horcht in sich hinein, spürt das zahnlose Nagen, die eigene unkluge Wut; er sucht nach Auswegen und Antworten, legt Rechenschaft ab. Die Tagebücher der Jahre 1974 bis 1978 sind beides: Selbstzeugnis und zeithistorisches Dokument. Sie beweisen eine Ausdruckskraft, die in der deutschen Literatur ihresgleichen sucht, und gewähren zugleich tiefen Einblick in das Spannungsverhältnis von Literatur und Kritik, Autor und Kritiker. Denn der Tagebuch-Schreiber offenbart sich als Beobachter der eigenen Verletzbarkeit und auch als Zeitgenosse, als unermüdlich Reisender, den Beruf und Neugier quer durch Deutschland und Europa, von Amerika bis nach Japan treiben. So spiegeln und verschränken sich die innere und äußere Welt im Tagebuch. Wie schon seine Vorgänger ist dieser Band "eine Fundgrube brillanter Etüden, Miniaturen, Aphorismen" (FAZ), dabei vielleicht noch anrührender, treffender, beispielhafter als sie.
Martin Walser, geboren 1927 in Wasserburg, lebt in Überlingen am Bodensee. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter 1981 den Georg-Büchner-Preis und 1998 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Außerdem wurde er mit dem Orden "Pour le Mérite" ausgezeichnet und zum "Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres" ernannt. Zuletzt erschienen der Gedichtband "Das geschundene Tier" sowie die Romane "Angstblüte" (rororo 24651) und "Ein liebender Mann".


