Werke in der Kunstgeschichte
Kunstwissenschaftliche Gesellschaft und Kunstgeschichtliches Institut in Verbindung mit dem Studium generale
Wer sich mit traditioneller Kunst beschäftigt, erwartet "Werke". Was ein Kunstwerk sein könnte, wird gerade seit dem 20. Jahrhundert, wo Kunst nicht mehr unbedingt "Werk" ist, viel diskutiert. Martin Heidegger hat 1935 (in der Kunstwissenschaftlichen Gesellschaft Freiburg!) seinen berühmten Vortrag "Der Ursprung des Kunstwerks" gehalten. 2005 faßt dann etwa der 68 Seiten lange Artikel "Werk" von Jan-Peter Pudelek im Historischen Wörterbuch "Ästhetische Grundbegriffe" (hg. v. Karlheinz Barck u.a.) die vorhergehenden und folgenden Diskussionen zum Begriff "Werk" zusammen.
Die Vortragsreihe der Kunstwissenschaftlichen Gesellschaft bietet in diesem und im nächsten Semester einen anderen Ansatz. Weder definiert sie, was ein Werk ist, noch versucht sie eine Übersicht. Einzelne Kunsthistoriker stellen vielmehr an konkreten Beispielen dar, wie weit der Begriff "Werk" ist. Einheitlichkeit ist nicht angestrebt. An jeweiligen Fällen wird beleuchtet, inwiefern etwas als "Werk" verstanden wurde. Eben das entspricht dem Problem aus kunsthistorischer Sicht heute wohl am besten – wenn Werke eben nicht vergleichbar sind, wenn sie einzigartig sind, wenn sie vorgedachte Kategorien jedenfalls sprengen?
| Donnerstag 17.11.11 20.15 Uhr HS 1010 |
Prof. Dr. Felix Thürlemann (Konstanz) Vecchiettas "Cristo risorto" Ein Werk und seine Ensembles |
| Donnerstag 08.12.11 20.15 Uhr HS 1010 |
Prof. Dr. Gerd Blum (Münster) Giorgio Vasari, "Le vite de’ più eccellenti architetti, pittori, et scultori italiani" (1550) – Kunstgeschichte als Werk |
| Donnerstag 12.01.12 20.15 Uhr HS 1010 |
Prof. Dr. Michael Hesse (Heidelberg) Die Ostfassade des Louvre in Paris – "Wunderwerk der Kunst" |
| Donnerstag 19.01.12 20.15 Uhr HS 1010 |
Prof. Dr. Dr. Eduard Heinrich Führ (Cottbus) Die Architektur als Werk und als Zeug |
