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Zeitzeugen der NS–Zeit im Gespräch: Dr. Michaela Vidláková: „Ich war ein Kind in Theresienstadt“

Referentin: Dr. Michaela Vidláková

 

In Zusammenarbeit mit dem Maximilian-Kolbe-Werk und der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg


Donnerstag / 16.11.17 / 20 Uhr s. t. / HS 1199, KG

 

Das Colloquium politicum veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Maximilian-Kolbe-Werk und der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg im Wintersemester erneut einen Abend in der Reihe „Zeitzeugen der NS-Zeit im Gespräch“: Die tschechische Holocaust-überlebende Dr. Michaela Vidláková berichtet über ihre Inhaftierung im KZ Theresienstadt und wie es ihr und ihren Eltern gelang zu überleben. 

Michaela Vidláková, geb. Lauscherova, wird am 30. Dezember 1936 in Prag in einer jüdi-schen, zionistisch orientierten Familie geboren. Als sie zwei Jahre alt ist, wird die Tsche-choslowakei von der deutschen Wehrmacht überfallen. Kurz danach werden im Protekto-rat Böhmen und Mähren die Nürnberger Gesetze eingeführt. Als jüdisches Kind erlebt sie die Folgen der diskriminierenden Verbote und Anordnungen. Im Dezember 1942 wird die 6-Jährige mit ihren Eltern ins KZ Theresienstadt deportiert. Michaela kommt dort zu-nächst ins Kinderheim, dann schwerkrank in das Infektionskrankenhaus. Sie erlebt die sog. „Verschönerungsaktion“, mit der eine Delegation des Internationalen Roten Kreuzes getäuscht werden sollte. Durch Glück und Zufall werden Michaela und ihre Eltern nicht in ein Vernichtungslager deportiert. 

Michaela gehört zu den wenigen Theresienstädter Kindern, die den Holocaust überlebt haben. Erst nach dem Krieg kann sie zur Schule gehen. Sie beginnt in der 4. Klasse der Grundschule, besucht dann das Gymnasium und studiert später Naturwissenschaften an der Karls-Universität in Prag. Als 16-Jährige wird Michaela Vidláková in der kommunisti-schen Tschechoslowakei wegen eines Fluchtversuchs verhaftet. Nach dem Studium arbeitet sie im Labor eines medizinischen Forschungsinstituts. Seit ihrer Pensionierung engagiert sie sich als Zeitzeugin. Sie ist Vorstandsmitglied der Theresienstädter Initiative und auch in der Jüdischen Gemeinde in Prag aktiv. Michaela Vidláková lebt in Prag, ist verwitwet und hat einen verheirateten Sohn. 

 

Einführung und Begrüßung: 

  • Wolfgang Gerstner, Geschäftsführer des Maximilian-Kolbe-Werks 
 
 
 
 
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