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Blick über den Zaun

In diesen Seminaren möchten wir das Gespräch zwischen den Fächern fördern: der Germanist diskutiert mit den Philosophen, die Chemikerin mit den Theologen, der Mediziner mit den Literaturwissenschaftlern– ein Projekt, das Gelegenheit gibt, den eigenen akademischen Horizont zu erweitern. Hier kann man ohne Erfolgsdruck und ECTS- Zwang mit der wissenschaftlichen Basis anderer Fächer bekannt werden.

Mythen und Geschichte Judentum, Christentum und Islam historisch-kritisch betrachtet

Seminar mit Dr. Alwin Renker

Die Gestalten der Väter Israels, beginnend mit Abraham, sind historisch nicht zu beweisen. Sie sind, wie auch Mose und die Volkwerdung Israels in Ägypten, der Gattung Gründungsmythos zuzurechnen.
Die Kindheitsevangelien des Christentums haben Prophezeiungen über den Messias (Retter) in der jüdischen Bibel historisiert. Die Gestalt des Jesus v. Nazaret hingegen steht im vollen Licht der Geschichte und wird außerbiblisch bezeugt. Seine Anhängerschaft verkündet ihn als den Auferstandenen.
Der dritte Offenbarungsträger und Religionsstifter Muhammad hat viele der mythischen und historischen Traditionen seiner Vorgängerreligionen in das heilige Buch des Korans einbezogen, allerdings streng monotheistisch zensiert.
Im zweiten Teil des Seminars werden die historisch-kritisch erarbeiteten Profile der drei Religionen von den Polemiken, die im Lauf der Geschichte unter ihnen entstanden, bereinigt. Eine Vollbibel und eine Koranausgabe sind für die Seminarteilnahme hilfreich, die wichtigsten Texte liegen aber auch in Kopie vor.

Termin: montags, 20.00 Uhr (s.t.)
Beginn: 30.04.12
Ort: HS 1132, Kollegiengebäude I
Teilnahme: max. 25 Personen
Gebühr: keine
Anmeldung: ab sofort telefonisch im Studium generale (203-2003) oder nach der ersten Sitzung
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