Sie sind hier: Startseite Studium generale Samstags-Uni: Der Klimawandel: …

Samstags-Uni: Der Klimawandel: Antworten auf eine Menschheitsfrage

Studium generale der Universität Freiburg und Volkshochschule Freiburg

 

 

Bild: Tumisu, pixabay

Die vergangenen Monate standen völlig im Zeichen der Corona-Krise, und sie wird uns noch eine Weile in Atem halten. Aber darüber darf nicht jene andere Herausforderung aus dem Blick geraten, die unsere Lebenswirklichkeit und die der kommenden Generationen mutmaßlich stärker bestimmen wird als jedes andere beherrschende Thema unserer Zeit: die globale Erwärmung und der weltweite, zu beträchtlichen Teilen menschengemachte Klimawandel mitsamt seinen weitreichenden Auswirkungen auf die Ökosysteme der Erde. Dieser buchstäblichen „Menschheitsfrage“ des 21. Jahrhunderts und möglichen wissenschaftlichen, ethischen und handlungspraktischen Antworten darauf widmet sich die Samstags-Uni im Sommersemester 2021 mit 12 Vorträgen von (überwiegend Freiburger) Expertinnen und Experten aus einem weiten Spektrum von Umweltwissenschaften, aber auch aus der Medizin, den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie der philosophischen Klimaethik. Die Vortragsreihe kann das ungemein komplexe Problemfeld nicht erschöpfend ausloten, aber sie wird Einsichten vermitteln in zentrale Zusammenhänge, die zu bedenken sind, wenn wir über unsere künftigen Lebensgrundlagen und unsere eigene gesellschaftliche wie individuelle Verantwortung dafür nachdenken.

Alle Vorträge der Reihe werden vorab aufgezeichnet und stehen vom genannten Termin an für den gesamten Zeitraum des Sommersemesters online zur Verfügung.

Unser Diskussionsforum zur Samstags-Uni findet wegen mangelnder Nachfrage ab sofort nicht mehr statt. Auf die Vorträge der Reihe hat dies keinen Einfluss. Diese stehen unverändert ab dem jeweils genannten Termin zur Verfügung.

Zu finden sind die Vorträge jeweils über die Links bei den einzelnen Vorträgen und gesammelt auf dem Medienportal des Studium generale.

 

Prof. Dr. Andreas Christen (Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften, Professur für Umweltmeteorologie)
Was geschieht mit unseren CO2-Emissionen im globalen Klimasystem?

Online ab Samstag 24.04.21 / Forum am 08.05.21

Link zum Vortrag

Andreas Christen

Trotz globaler Einschränkungen zur Eindämmung von COVID-19 emittierten wir Menschen im Jahr 2020 fast vierzig Gigatonnen (das sind 40000000000 t) zusätzliches CO2 in die Atmosphäre mit den Folgen eines sich weiter verstärkenden Treibhauseffektes und Klimawandels. Diese menschgemachte, bedeutende Veränderung der Atmosphäre wird seit nahezu fünfzig Jahren hier in Freiburg an der Luftmessstation auf dem Schauinsland beobachtet, wo die gemessene Konzentration des CO2 stetig ansteigt. Doch Daten vom Schauinsland zeigen auch, dass sich zurzeit nur die Hälfte des vom Menschen emittierten CO2 in der Atmosphäre anreichert – die andere Hälfte wird von Ozeanen und Landpflanzen aufgenommen. Können wir uns auch in Zukunft auf Landpflanzen und Ozeane verlassen, einen Teil unserer Emissionen aufnehmen? Der Vortrag folgt unseren CO2-Emissionen im globalen Kohlenstoffkreislauf und zeigt auf, wie das Klimasystem auf die menschlichen Emissionen reagiert: Wie sich die globale Vegetation verändert hat, teilweise verstärkt wächst, aber auch durch den Klimawandel die Funktion verliert, CO2 aufzunehmen. 

 

Prof. Dr. Rüdiger Glaser (Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie, Professur für Physische Geographie)
Klimawandel in historischer Perspektive – was lange Zeitreihen an Einsichten erschließen

Online ab Samstag 01.05.21 / Forum am 08.05.21

Link zum Vortrag

Rüdiger Gläser

Das gab es doch früher schon mal! War das Mittelalterliche Wärmeoptimum nicht sogar wärmer als das heutige Treibhausklima? Mit derartigen Äußerungen wird die rezente Klimaentwicklung immer wieder hinterfragt.

Der Vortrag stellt die Klimaentwicklung der letzten 1000 Jahre in Mitteleuropa vor. Wie haben sich die Verhältnisse vom Mittelalterlichen Wärmeoptimum über die Kleine Eiszeit bis zum modernen Treibhausklima verändert? Zudem wird auch auf die Entwicklung von ausgewählten Klimaextremen wie Hochwasser und Dürren eingegangen. Grundlage der Rekonstruktionen bilden frühe Instrumentendaten und schriftliche Quellen, wie sie in der virtuellen Forschungsumgebung tambora.org zugänglich sind. Diese erschließen auch Einsichten in den gesellschaftlichen Kontext. Wie haben Menschen und Gesellschaften auf Klimawandel und Extreme reagiert, wie haben sie sich angepasst, und zu welchen Schuldzuweisungen und Exzessen wie Hexenverfolgungen und Judenpogromen haben diese Ereignisse geführt?

 

Prof. Dr. Kerstin Stahl (Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften, Professur für Umwelthydrosysteme)
Der Rhein im Fluss – Klimafolgen von den vergletscherten Quellgebieten bis ins Tiefland

Online ab Samstag 08.05.21 / Forum am 15.05.21

Link zum Vortrag

Kerstin Stahl

Auch in Mitteleuropa ist die Ressource Wasser vom Klimawandel betroffen. Besonders Trockenheit und Niedrigwasserereignisse dominieren aktuelle wasserwirtschaftliche Planungsfragen. Von seinen Quellgebieten bis ins Tiefland zeigt sich am Rhein die Vielfältigkeit möglicher Veränderungen im Wasserkreislauf. Welche Herausforderungen stellen sich also bei der Abschätzung zukünftiger Wassermengen unserer großen Flüsse? In den Quellgebieten der Alpen schwinden die Gletscher. In den Zuflüssen aus den Mittelgebirgen spielt die Schneeschmelze eine zunehmend geringere Rolle. Im Tiefland reguliert das von Trockenjahren und vielerlei Nutzung beanspruchte Grundwasser den Fluss. Unterschiedliche, teilweise gegenläufig wirkende Prozesse verändern sich und müssen also detailliert erforscht und quantifiziert werden. Der Vortrag erörtert die vielfältigen Klimafolgen am Beispiel des Rheins und seiner Zuflüsse und gibt einen Einblick in die Herausforderungen bei der Modellierung von Szenarien.

 

Prof. Dr. Christiane Werner (Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften, Professur für Ökosystemphysiologie)
Hitze und Dürre – welche Herausforderungen stellt der Klimawandel an unsere Vegetation?

Online ab Samstag 15.05.21

Link zum Vortrag

Christiane Werner

Heiße Sommer, wochenlang Sonne pur – ideales Schwimmbadwetter. Während viele Freiburger an Badeseen die Sonne genießen, steht die Vegetation vor ganz besonderen Herausforderungen. Um Hitze zu mindern, können auch Pflanzen durch Transpiration ihre Blätter kühlen, aber wie, wenn es wochenlang nicht geregnet hat?

Der Vortrag beleuchtet die Reaktionen der Pflanzen auf Zunahme von Klimastressen wie Dürren, Hitzewellen und hohe Sonneneinwirkung. Pflanzen haben viele Anpassungsstrategien entwickelt, z.B. ihren eigenen Sonnenschutz und flüchtige Duftmoleküle (Terpene), die sie zur Kommunikation und Stressabwehr nutzen. Doch wenn sich das Ausmaß und die Häufigkeit der Klimaextreme erhöht, können nachhaltige Schäden entstehen. Ferner stehen Pflanzen im Ökosystem in komplexen Wechselwirkungen mit ihren Nachbarpflanzen, dem Boden und der Atmosphäre. Wie können wir die komplexen Reaktionen der Pflanzen in Ökosystemen erforschen? Der Vortrag zeigt Beispiele aus der Ökosystemforschung, unter anderem ein großes, kontrolliertes Dürreexperiment in einem tropischen Regenwald in der Biosphere 2 in Arizona und die vielfältigen Messungen, die die Reaktionen des Ökosystems erfassen.

 

Prof. Dr. Jürgen Bauhus (Institut für Forstwissenschaften, Professur für Waldbau)
Wie können Wälder und Waldwirtschaft an den Klimawandel angepasst werden?

Online ab Samstag 22.05.21

Link zum Vortrag

Jürgen Bauhus

Dürresommer, Stürme und Borkenkäfer setzen dem Wald erheblich zu. Tote Bäume und abgestorbene Bestände sind ein weithin sichtbares Indiz für die Risiken, denen unsere Wälder im Klimawandel ausgesetzt sind. Mit dem Zusammenbruch des Holzmarktes funktionieren auch etablierte Mechanismen zum Umgang mit Katastrophen nicht mehr. Viele Waldbesitzer verlieren vor diesem Hintergrund das Interesse, abgestorbene Wälder zu erneuern. Daher müssen wir uns grundsätzlich fragen, wie die vielen Ökosystemleistungen, die unsere Gesellschaft vom Wald erwartet, in Zukunft noch bereitgestellt werden können. Dies erfordert sowohl Veränderungen der Waldökosysteme, um diese resilient und anpassungsfähiger zu machen, wie auch der Waldwirtschaft, die ein neues Geschäftsmodell benötigt, um diesen Herausforderungen begegnen zu können.

In diesem Vortrag werden die Herausforderungen und Unsicherheiten für die Bewirtschaftung der Wälder herausgestellt und Anpassungsmöglichkeiten sowie die damit verbundenen Paradigmenwechsel und Optionen für politische Weichenstellungen diskutiert.

 

JProf. Stefan Pauliuk, Ph.D. (Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie, Juniorprofessur für nachhaltiges Energie- und Stoffstrommanagement)
Vom Wissen zum Handeln: Klimaschutz im Alltag

Online ab Samstag 05.06.21

Link zum Vortrag

Stefan Pauliuk

Unser tägliches Leben ist voll mit gut gemeinten, aber nicht immer gut gemachten Möglichkeiten, zum Klimaschutz aktiv beizutragen. Welche Lösungen für mehr Klimaschutz im Alltag machen wirklich Sinn, und welche eher nicht? Wie viel kann und soll ich als Einzelne(r) überhaupt beitragen?

Im Vortrag werden zunächst die verschiedenen Mechanismen erläutert, mittels derer klimafreundliche Lösungen im Alltag etabliert werden können. Diese beinhalten: Vorschriften, Steuern und Abgaben, Information und Konsumverhalten sowie Wertewandel und nachhaltige Lebensstile. Dann wird der Stand der Forschung zur Wirksamkeit der verschiedenen Mechanismen anhand einzelner Klimaschutzstrategien auf der Verbraucherseite anschaulich dargestellt. Aus diesen wissenschaftlichen Einsichten wird dann eine Reihe von konkreten Empfehlungen zum Klimaschutz im Alltag schlüssig abgeleitet. Abschließend wird der ‚private‘ Klimaschutz in den Kontext gesamtgesellschaftlichen Handelns gestellt und die Frage nach der Aufteilung von Verantwortung zwischen Bürger*innen, Staat, Industrie und Landwirtschaft sowie verschiedenen Ländern gestellt.

 

Prof. Dr. Hartmut Fünfgeld (Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie, Professur für Geographie des Globalen Wandels)
Kommunale Klimawandelanpassung als dynamisches Handlungsfeld: Aktuelle Herausforderungen und Ansätze

Online ab Samstag 12.06.21

Link zum Vortrag

Hartmut FünfgeldLänger anhaltende und häufigere Hitzewellen führen während der Sommermonate immer öfter zu Hitzestress für Menschen und Bäume und verringern die Aufenthaltsqualität in unseren Innenstädten. Starkregenereignisse resultieren in sturzflutartigen Überschwemmungen, die Menschenleben und Gebäude gefährden, während häufigere Trockenheitsperioden u.a. mit sich bringen, dass der Bewässerungsbedarf auf städtischen Grünflächen massiv zunimmt. Der Vortrag befasst sich mit aktuellen Ansätzen im noch jungen Handlungsfeld der kommunalen Klimawandelanpassung. Mit welchen Herausforderungen und Zielkonflikten müssen sich Städte und Gemeinden in Anbetracht von Klimawandelauswirkungen auseinandersetzen? Welche stadtplanerischen Maßnahmen treffen Städte und Gemeinden schon heute, um sich auf zukünftige Klimaveränderungen vorzubereiten? Wie lassen sich Klimaschutz und Klimawandelanpassung sinnvoll mit anderen Handlungsbereichen kombinieren? Der Vortrag bietet einen Überblick über Strategien, Maßnahmen und Innovationen im Bereich der kommunalen Klimawandelanpassung und beleuchtet so dieses dynamische Handlungsfeld. 

 

Prof. Dr. Dr. h.c. Lars P. Feld (Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und Ordnungsökonomik / Walter Eucken Institut)
Der ökonomische Weg zu einem effektiven Klimaschutz

Online ab Samstag 19.06.21

Link zum Vortrag

Lars FreldDer Klimaschutz rückt immer stärker in den Mittelpunkt der Politik. Waren zu Beginn der Corona-Pandemie noch Befürchtungen laut geworden, dass die Klimapolitik nun wieder in den Hintergrund treten sollte, hat sich in Deutschland und Europa doch ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz gezeigt. In diesem Vortrag wird aus ökonomischer Sicht dargelegt, was die wichtigsten politischen Schritte zur Erreichung der Klimaziele schon ab der kommenden Legislaturperiode sind. Dabei stehen die CO2-Bepreisung und die Etablierung eines effektiven internationalen Klima-Clubs im Zentrum dieser Überlegungen. Begleitende Maßnahmen zur Kompensation von Belastungen durch die CO2-Bepreisung, zur Beförderung des erforderlichen technologischen Wandels in der Industrie und zur Forschung im Bereich klimafreundlicher Technologien komplementieren diese Politik.

 

JProf. Dr. Cathrin Zengerling, LL.M. (Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie, Juniorprofessur für Transformation zu nachhaltigen Energiesystemen)
Klimaschutz und Welthandel – Ansätze zur Integration in Freihandelsabkommen

Online ab Samstag 26.06.21

Link zum Vortrag

Cathrin Zengerling

Freihandelsabkommen oder „Mega-Regionals“, wie etwa das EU-Mercosur Abkommen oder die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP), prägten Medienberichte in den letzten Jahren, nicht zuletzt auch wegen ihrer potentiellen Auswirkungen auf den Klimawandel. Der Vortrag ordnet zunächst Freihandelsabkommen in das internationale Handelsrechtsregime ein und erörtert deren Verhältnis zu umweltvölkerrechtlichen Regimen, wie insbesondere dem Klimaschutz-Übereinkommen von Paris. In einem Überblick wird anhand der von der Europäischen Union geschlossenen Freihandelsabkommen vorgestellt, wie diese Abkommen Klimaschutzziele gegenwärtig berücksichtigen und zukünftig berücksichtigen könnten. Der Beitrag diskutiert sodann anhand des EU-Mercosur Abkommens konkrete Integrationsvorschläge und geht auf aktuelle Entwicklungen unter dem europäischen „Green Deal“ und der Initiative ACCTS (Agreement on Climate Change, Trade and Sustainability) ein.

 

Prof. Dr. Dietrich Murswiek (Institut für Öffentliches Recht, Abteilung 3, Staatsrecht)
Klimapolitik und Grundgesetz

Online ab Samstag 03.07.21

Link zum Vortrag

Dietrich Murswiek

Welche Anforderungen stellt das Grundgesetz an die Klimapolitik? Diese Frage wird unter zwei Aspekten zu beleuchten sein: Zum einen fragt der Vortrag danach, inwieweit der Staat von Verfassungs wegen verpflichtet ist, Maßnahmen zum Klimaschutz zu ergreifen. Zum anderen ist aber auch danach zu fragen, welche Grenzen das Grundgesetz klimapolitischen Aktivitäten setzt. Verpflichtungen des Staates zum Klimaschutz können sich aus dem Umweltschutz-Staatsziel (Artikel 20a GG) sowie aus der Schutzpflicht für Leben und Gesundheit (Artikel 2 Absatz 2 GG) ergeben. Grenzen ergeben sich aus den Grundrechten derjenigen, die von klimapolitischen Geboten oder Verboten betroffen sind. Ein besonderes Augenmerk legt der Vortrag auf Umweltnutzungskonflikte: Wie ist juristisch zu entscheiden, wenn eine Maßnahme dem Klimaschutz dient, aber andere Umweltgüter schädigt? Schwerpunkt des Vortrags ist die Erläuterung und kritische Beleuchtung des aufsehenerregenden Klima-Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts vom 24. März 2021.

 

Prof. Dr. Dr. med. Sabine Gabrysch (Institut für Public Health (IPH), Professur für Klimawandel und Gesundheit, Charité - Universitätsmedizin Berlin / Abteilung Klimaresilienz, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK))
Planetary Health: Ein Gesundheitskonzept für Erde und Menschen

Online ab Samstag 10.07.21

Link zum Vortrag

Sabine Gabrysch

Die menschliche Gesundheit hängt letztendlich von einer gesunden Umwelt und einem stabilen Klima ab – darum geht es bei „Planetary Health“. Doch was heißt das eigentlich genau? Wie steht es um den Planeten? Welche Folgen hat das für uns Menschen? Und vor allem: Was können wir tun? Eine planetare Diagnosestellung und Ansatzpunkte für Wege aus der Klimakrise.

 

 

 

 

Prof. Dr. Bernward Gesang (Philosophisches Seminar, Lehrstuhl für Philosophie mit Schwerpunkt Wirtschaftsethik, Universität Mannheim)
Klimaethik: Über einen neuen Weg, individuelle Verpflichtung beim Klimaschutz zu übernehmen

Online ab Samstag 17.07.21

Link zum Vortrag

Fahrradfahren, die Kulturpraxis des Grillens einstellen und nicht fliegen, das wird dem Einzelnen als wirkungsvoller Beitrag gegen den Klimawandel empfohlen. Ist das aber wirklich effizient? Jeder CO2-Rechner zeigt uns etwas anderes: Als Verbraucher ein Jahr auf Fleisch zu verzichten, verhindert 450 kg CO2-Emissionen (Spiegel online). Man spart durch den Verzicht 651,22 € (Fleischpreis-Index 2017). Diesen Eurobetrag für das Fördern von Klimaschutzprojekten in der Dritten Welt zu spenden bzw. zu „kompensieren“, bringt 28.300 kg CO2-Ersparnis (Atmosfair). Auch wenn exakte Ergebnisse von konkreten Projekten abhängen: Kompensieren hat einen um ein Vielfaches größeren Effekt als die Verhaltensumstellung. Die allseits empfohlene Standardstrategie für den Klimaschutz, das eigene Emissionsverhalten umzustellen, ist nicht am effizientesten.

 

 

Mit freundlicher Unterstützung der Volksbank Freiburg, des Verbands der Freunde der Universität Freiburg
und der Badischen Zeitung