Vortragsreihen

Über Leben im Anthropozän
Katholische Akademie der Erzdiözese Freiburg in Zusammenarbeit mit der Günther-Anders-Forschungsstelle der Universität Freiburg, dem Studium generale der Universität Freiburg und dem Theater Freiburg
Die expansive Dynamik der industrialisierten Gesellschaften hat uns in eine neue Epoche katapultiert. Das Anthropozän stellt die Menschheit vor globale Herausforderungen nie gekannten Ausmaßes: Klimawandel, Artensterben, Umweltzerstörungen, neue Verteilungskämpfe – wir müssen uns auf ein grundsätzlich neues Mensch-Erde-System und auf neue soziale und politische Verhältnisse einstellen. Nötig für Leben und Überleben in dieser vielfach prekären Erdepoche ist ein umfassendes Verständnis globaler Zusammenhänge und ein innovatives Zusammenwirken von Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften.
Gleichermaßen wichtig sind politische Debatten über den Umgang der Zivilgesellschaft mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, über Sinn und Zweck neuer Technologien. Zu diesen Debatten soll die Reihe „Über Leben im Anthropozän“ beitragen.
Donnerstag / 20 Uhr c.t. / HS 1010 & Theater Freiburg (+ Livestream)
| Donnerstag 23.10.25 Theater Freiburg |
Prof. Dr. Tilo Wesche (Institut für Philosophie, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) Prof. Dr. Cathrin Zengerling, LL.M. (Professur für Transformation zu nachhaltigen Energiesystemen, Universität Freiburg) Die Rechte der Natur |
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Donnerstag |
Prof. Dr. Sandra Maß (Historisches Institut, Ruhr-Universität Bochum) Prof. Dr. Jan Eckel (Historisches Seminar, Universität Freiburg) Zukünftige Vergangenheiten – Geschichte schreiben im Anthropozän |
| Donnerstag 04.12.25 HS 1010 |
Prof. Dr. Ulrich Becker, LL.M. |
| Donnerstag 29.01.26 17.30 Uhr Theater Freiburg |
Prof. Dr. Simone M. Müller |
Zeitdimensionen imperialer Gewalt / Temporality of Imperial Violence
Graduiertenkolleg 2571 „Imperien. Dynamischer Wandel, Temporalität und nachimperiale Ordnungen“ in Verbindung mit dem Studium generale
Im Mittelpunkt der Ringvorlesung „Zeitdimensionen imperialer Gewalt“ des Freiburger Graduiertenkollegs „Imperien: Dynamischer Wandel, Temporalität und postimperiale Ordnungen“ stehen verschiedene Formen imperialer Gewalt und deren zeitliche Dimensionen – von akuten, unmittelbaren Gewaltereignissen („fast violence“) bis hin zu schleichenden, langfristigen Prozessen („slow violence“), die kulturelle, ökologische und soziale Lebensgrundlagen verändern. Die interdisziplinäre Vorlesung rückt sowohl historische als auch literaturwissenschaftliche und gegenwartsbezogene Perspektiven in den Blick und untersucht, wie Gewalt sich über lange Zeiträume hinweg entfaltet, erinnert und verarbeitet wird. Sie vertieft zentrale Themen der derzeit intensiven Imperienforschung in Geschichte, Soziologie, Politologie und Literaturwissenschaften und erlaubt Einblicke, wie deren Methoden, Theorien und Ansätze in einen fruchtbaren Dialog gebracht werden können.
Die Vorlesungen finden mit Ausnahme des 15.01.26 in englischer Sprache statt. Bitte beachten Sie wechselnde Zeiten und Hörsäle der 14-täglichen Veranstaltung.
| Donnerstag 23.10.25 16 Uhr c.t. HS 1108 |
Prof. em. Sujata Patel (University of Hyderabad and Freiburg) Anti-colonial social theory and the peripheral gaze. A longue-durée perspective |
| Donnerstag 06.11.25 18 Uhr c.t. HS 1015 |
Prof. Dr. Elahe Yekani Haschemi (Humboldt Universität zu Berlin) Archival poetics: containing affects of un/belonging in British memorial culture |
| Donnerstag 04.12.25 16 Uhr c.t. HS 1108 |
Prof. Jennifer Keating (University College Dublin) „Rational“ resettlement and environmental injustice in colonial Central Asia: Stories of crisis and conflict |
| Donnerstag 18.12.25 18 Uhr c.t. HS 1015 |
Prof. Lara Fabian (University of California at Los Angeles) Tangled webs at the imperial periphery: Violence and diplomacy in ancient Armenia |
| Donnerstag 15.01.26 16 Uhr c.t. HS 1108 |
Prof. Dr. Christoph Dartmann (Universität Hamburg) Planung und Improvisation: Temporale Dimensionen imperialer Gewalt im Mittelalter |
| Donnerstag 22.01.26 16 Uhr c.t. HS 1108 |
Prof. Dr. Jürgen Nagel (FernUniversität Hagen) The colonial situation as a formation of practice – some considerations on the relationship between colonial administrations and Muslim societies in a common field |
| Donnerstag 29.01.26 18 Uhr c.t. HS 1015 |
Prof. Dr. Fernando Esposito (Universität Konstanz und Münster) Chronopolitics or the state against peoples without history |
Das Ornament in der Kunst: Sehen – Verfolgen – Verstehen
Kunstwissenschaftliche Gesellschaft und Kunstgeschichtliches Institut in Verbindung mit dem Studium generale
In unserem Alltag nehmen wir Ornamente als potentiell unendliche Muster wahr: Ranken, Rauten, Spiralen, Florales, Brokat … Sie sind allgegenwärtig und begleiten uns Menschen, seit es Kunst gibt. Das Ornament gefällt – oder auch nicht –, aber es ist in jedem Fall mehr als nur ein dekoratives Muster. Es forciert die Intensivierung des Sehens und erlaubt ein absuchendes, gelegentlich auch mäanderndes Betrachten. Was sehen wir, wenn wir ein Ornament sehen? Gelingt es uns, es mit den Augen zu verfolgen und auch mit dem Geist? Verstehen wir die faszinierenden Ausprägungen des Ornaments, auch wenn sie Jahrhunderte alt sind oder weit gereist?
Die Reihe wird mit einem umfangreichen Rahmenprogramm aus Filmen und Führungen begleitet.
Donnerstag / 18 Uhr c.t. / HS 1010
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Donnerstag |
Kathrin Müller (Berlin) |
| Donnerstag 15.01.26 |
David Ganz (Zürich) Akanthus. Wie ein mediterraner Neophyt die karolingische Kunst belebt Am Beispiel des Heribert-Kamms und des Evangelium longum beleuchtet der Vortrag die umfassende Belebung karolingischer Kunst durch Akanthus-Ornamente. |
| Donnerstag 22.01.26 |
Vera-Simone Schulz (Lüneburg) Ornament und Transkulturalität: Vormoderne Verflechtungen und koloniale Gewalt in der zeitgenössischen Kunst Der Vortrag untersucht, wie Sammy Baloji die ornamental strukturierten Raffia-Gewebe des Königreichs Kongo als Archive einer vormodernen Ästhetik, als Zeugnisse kolonialer Gewalt und als Medien zeitgenössischer Erinnerungspolitik aktiviert. |
| Donnerstag 29.01.26 |
Vera Beyer (Regensburg) „…und blickte intensiv hierhin und dorthin“. Zu losen Funktionen eines Ornaments Am Beispiel eines Ornaments aus einem persischen Manuskript von Geschichten Alexanders des Großen wird aufgezeigt, wie wichtig genaue Analysen für das Verständnis des Ornaments sind. |