Sie sind hier: Startseite Exkursionen und Seminare

Exkursionen und Seminare im Sommersemester 2026

Im Sommersemester 2026 bietet Ihnen das Studium generale neben einem reichen Vortrags- und Diskussionsprogramm auch wieder einige zusätzliche Programm-Komponenten, die auf eine noch aktivere Publikumsbeteiligung und auf den noch intensiveren Austausch von Wissenschaft und allgemeiner Öffentlichkeit zielen: 

Unsere Exkursionen sind einmalige, 2- bis 3-stündige Vor-Ort-Begegnungen mit renommierten Expertinnen und Experten, Einladungen zur promenierenden Horizonterweiterung in Universität und Stadt: Bildungserlebnisse der besonderen Art. Bitte beachten Sie, dass auf den Wegstrecken mitunter keine geeigneten Sitzgelegenheiten zur Verfügung stehen.

Unsere Seminare laden an jeweils sechs Abenden des Semesters dazu ein, sich unter der Anleitung erfahrener Dozentinnen und Dozenten mit Themen aus der Literatur-, Ideen- und Kulturgeschichte auseinanderzusetzen, sei es, um bestehende Kenntnisse aufzufrischen und zu vertiefen, sei es, um sich erstmals (und ausdrücklich auch als interessierte „Laien“ auf dem betreffenden Gebiet) in neue, faszinierende Zusammenhänge der Geistes- und Kulturgeschichte hineinzudenken. 


Anmeldung

Alle Seminare sind, wie das gesamte Programm des Studium generale, öffentlich zugänglich, d.h. Sie müssen nicht als Studierende/r oder als Gasthörer/in an der Universität eingeschrieben sein, um daran teilnehmen zu können. Im Interesse einer lebendigen Kommunikation ist die Teilnehmerzahl bei diesen Veranstaltungen jedoch begrenzt; Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.

Anmelden können Sie sich schriftlich, am einfachsten per E-Mail über das Büro des Studium generale bei Herrn Rainer Dausch: . Sie erhalten dann Hinweise zur Bezahlung des Unkostenbeitrags für das Seminar bzw. die Exkursion. Sobald Ihre Überweisung auf dem Konto der Universität eingegangen ist, gilt die Anmeldung als verbindlich.

Alle Seminare finden nur bei ausreichender Teilnehmerzahl statt. Bitte melden Sie sich daher nach Möglichkeit frühzeitig an.

 

Exkursionen

 

Immer betreten, nimmer besehen – Freiburger Pflastermosaike

Exkursion Nr. 1 mit Wilhelm Gros (Uniseum)

Das abwechslungsreiche Kaleidoskop der Freiburger Pflasterwelt hat neben Zünftigem, Politischem oder einfach nur Hübschem natürlich auch einige akademische Spuren zu bieten. Besondere Glanzlichter der Pflasterkunst stellen sicherlich die Partnerschaftswappen vor den Rathäusern dar. Doch auch die Mosaiken vor der Alten Universität und dem KG-I stecken voller Humor, Bedeutung und Skandale. Da ein modernes Stadtpflaster historischen, ökologischen, inklusiven und vielen weiteren Bedürfnissen genügen muss, werden wir vielfach Gelegenheit bekommen, Handwerkliches zu begreifen, Schönes zu bestaunen und Mysteriöses zu berätseln.

Termin:

Donnerstag, 30.04.26, 16.00 Uhr, Dauer: zwei Stunden 

Treffpunkt:

vor der Zinnfigurenklause am Schwabentor, Schlossbergring 

Teilnahme:

max. 20 Personen

Gebühr:

5,- € / Nichtstudierende: 8,- €

 

Ausgebucht - Rundgang durch die Geschichte der Universität

Exkursion Nr. 2 mit Dr. Valerie Möhle (Universität Freiburg)

Der historische Rundgang führt zu wichtigen Stätten aus der Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität – vom Gründungsort, dem Münster, über die alte barocke Aula im Neuen Rathaus, dem einstigen Kollegiengebäude, bis zu den jesuitischen Bauten der Alten Universität, die an der Stelle der alten studentischen Bursen errichtet wurden. Den Abschluss bildet das Kollegiengebäude I mit seinen Karzern (den ehemaligen Universitätsgefängnissen) und der herrlichen Aussicht vom Turm. Die Exkursion dauert ca. 2,5 Stunden. Bitte seien Sie 10 Minuten vorher am Treffpunkt.

Termin:

Freitag 08.05.2026, 14.15 Uhr, bitte ein paar Minuten früher da sein

Treffpunkt:

Hauptportal des Freiburger Münsters

Teilnahme:

max. 16 Personen

Gebühr:

5,- € / Nichtstudierende: 8,- €

 

Ausgebucht - Auf den Spuren von Husserl, Arendt, Stein, Benjamin und Pollock - ein Spaziergang in der Wiehre

Exkursion Nr. 3 mit Dipl.-Psych. Ulrike Pohl

In der Umgebung der Lorettostraße im Freiburger Stadtteil Wiehre lebten einige teils erst später berühmt gewordene Philosophen und Philosophinnen. Auf einem Spaziergang soll das Leben von Edmund Husserl, Hannah Arendt, Edith Stein, Walter Benjamin und zusätzlich das des Soziologen Friedrich Pollock beleuchtet werden. Sie alle wohnten hier überwiegend in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und gelangten meist erst in ihren späteren Jahren zu Berühmtheit. Husserl lebte viele Jahre in der Wiehre, während Arendt und Benjamin nur einige Monate in ihrer Studienzeit hier wohnten. Stein lebte in ihrer Zeit als Assistentin Husserls hier. Manche hatten persönlichen Kontakt während ihrer Freiburger Zeit, manche trafen sich erst in ihrem späteren Leben. Sie waren in ein Netzwerk von Beziehungen eingewoben. Bei einem Rundgang zu den Orten, an denen diese Menschen lebten, soll ihre Zeit in Freiburg und die Bedeutung, die Freiburg für ihr Leben hatte, dargestellt werden.

Zwei Termine:

1. Freitag, 08.05., 14.00 Uhr,

2. Freitag 10.07., 10.30 Uhr

Treffpunkt:

Wird nach Anmeldung bekanntgegeben

Teilnahme:

max. 14 Personen

Gebühr:

5,- € / Nichtstudierende: 8,- €


  

Warteliste - Spaziergang über den Alten Friedhof 

Exkursion Nr. 4 mit Wilhelm Gros (Uniseum)

Der Alte Friedhof ist der dritte der Stadt Freiburg und wurde zwischen 1683 und 1872 aktiv genutzt. So nimmt es gar nicht Wunder, dass auch so manch an und mit der Universität berühmt gewordener Name hier seine letzte Ruhe fand. Die Führung stellt anhand der Grabmale Freiburger Professoren deren Wirken an der Freiburger Alma Mater vor und zeichnet so ein Stück Universitätsgeschichte nach. Wir werden uns auch anschauen, wie man früher mit dem Tod umgegangen ist, einen Nagel in einem Schädel näher betrachten und schließen mit einem beeindruckenden Zeichen der Hoffnung.

Termin:

Freitag, 22.05.26, 16 Uhr, Dauer ca. 90 Minuten

Treffpunkt:

Alter Friedhof (Karlstr. 37/39), vor der Michaelskapelle

Teilnahme:

max. 20 Personen

Gebühr:

5,- € / Nichtstudierende: 8,- €

 

 

Ausgebucht - Von der Bürgerstadt zur Pensionopolis: Freiburg 1800-1914

Exkursion Nr. 5 mit Dr. Heinrich Schwendemann (Historisches Seminar)

Um 1800 war Freiburg noch eine kleine Provinzstadt mit etwa 8000 Einwohnern, die im mittelalterlichen Stadtkern lebten, der wiederum von den Trümmern der Vaubanschen Festungsanlage umgeben war. 1914 hatte Freiburg 90 000 Einwohner und galt als eine der schönsten Städte Deutschlands. Im Kaiserreich, insbesondere in der Ära des Oberbürgermeisters Winterer (1888-1913), hatte die Stadt einen Bauboom erfahren: Das mittelalterliche Stadtbild wurde historistisch überformt, prächtige Neubauten von Kirchen, Schulen, Universitätsgebäuden oder des Theaters erhöhten die Attraktivität Freiburgs genauso wie die städtische Infrastruktur, die auf neuestem Stand war. Die „Stadt des Waldes, des Weines und der Gotik“ – damit machte Freiburg mit durchschlagendem Erfolg Werbung. Die landschaftlich reizvoll gelegene Stadt avancierte nicht nur zu einem beliebten Touristenziel, sondern es zogen auch wohlhabende Pensionäre aus allen Teilen des Reichs nach Freiburg und gaben dort ihr Geld aus. Die Villen in der Wiehre und in Herdern zeugen noch heute davon. 
Bei einem Rundgang zwischen Altstadt und Wiehre werden wir uns mit der Stadtentwicklung im 19. Jahrhundert beschäftigen, die trotz aller Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg bis heute das Stadtbild prägt.
 

Termine:

Freitag, 19.06.26,14.00 Uhr

Treffpunkt:

Eingang KG I bei Aristoteles und Homer, Platz der Universität 3

Teilnahme:

max. 20 Personen

Gebühr:

5,- € / Nichtstudierende: 8,- €

 

 

Dortus letzter Weg - Exkursion auf den Spuren der Demokratiegeschichte

Exkursion Nr. 6 mit Heinz Siebold, Journalist und historischer Publizist

Am 31. Juli 1849 wurde auf dem damaligen Wiehre-Friedhof Maximilian Dortu, Teilnehmer der Badischen Revolution von 1848/49 hingerichtet. In den folgenden Wochen nahm die preußische Besatzungsmacht auch tödliche Rache an Friedrich Neff aus Rümmingen und Gebhard Kromer aus Bombach. Alle drei jungen Männer hatten sich dem Aufstand gegen die feudale Monarchie, für Menschenrechte und für eine deutsche Republik angeschlossen. Das Dortu-Mausoleum (Ecke Dreikönigsstraße/Erwinstraße) ist das einzige erhaltene Grab für einen der 48er Revolutionäre in Freiburg. Die Eltern von Max Dortu aus Potsdam ließen Gruft und Kapelle für ihren einzigen Sohn errichten und spendeten der Stadt Freiburg 1000 Gulden, die versprach, das Grab „auf immer und ewig“ zu pflegen. Der Spaziergang folgt dem letzten Weg des Revolutionärs.
 

Termine:

Freitag, 26. Juni, 14 Uhr

Treffpunkt:

Vor der „Harmonie“ in der Grünwälderstraße

Teilnahme:

max. 20 Personen

Gebühr:

5,- € / Nichtstudierende: 8,- €





Seminare

 

Ausgebucht - Theodor Fontanes Kunst des realistischen Erzählens

Seminar Nr. 1 mit Prof. Dr. Katharina Grätz (Deutsches Seminar)


Selbstbewusst verwies Fontane anlässlich von Irrungen, Wirrungen auf die „Finessen“ seines Erzählens. Das mag zunächst erstaunen, gelten seine Texte doch als präzise Schilderungen des bürgerlichen Lebens seiner Zeit, dessen innere Spannungen sie vordringlich an Standes-, Geschlechter- und Ehekonflikten aufzeigen. Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass die vermeintliche Realitätstreue von Fontanes Prosa erst durch den höchst kunstvollen Einsatz erzählerischer Mittel hervorgebracht wird. Eine besondere Rolle spielt dabei der Dialog, Fontanes zentrales künstlerisches Darstellungsmittel. Er erzeugt erzählerische Unmittelbarkeit, indem sich der Erzähler als vermittelnde Instanz weitgehend zurückzieht und die Figuren selbst zu Wort kommen lässt. An die Stelle einer dominierenden Erzählperspektive tritt so ein komplexes Geflecht unterschiedlicher Figurenperspektiven, die einander wechselseitig beleuchten, kommentieren und relativieren. 
Ob Sie Fontanes Werk bereits kennen oder sich erstmals eingehender damit beschäftigen möchten – das Seminar lädt zu eingehenden Lektüren und gemeinsamer Auseinandersetzung ein. In sechs Sitzungen widmen wir uns ausgewählten Erzählungen und Kurzromanen (Irrungen, Wirrungen, L‘Adultera, Unterm Birnbaum u.a.), erkunden die Vielstimmigkeit ihrer Dialoge, die Funktion von Leitmotiven und Bildungszitaten sowie die subtile psychologische Gestaltung der Figuren.

Textgrundlage, bitte anschaffen:
Irrungen, Wirrungen, L’Adultera, Unterm Birnbaum, Die Poggenpuhls, Mathilde Möhring (alle Reclam/ oder auch andere Ausgaben).



Termine: Donnerstag, 18.15 - 20.00 Uhr
6 Sitzungen (30.04., 07.05., 21.05., 18.06., 02.07. 16.07.)
Ort: HS 1222, Kollegiengebäude I, 2. OG
Teilnahme: max. 16 Personen 

Gebühr:

40,- € / Nichtstudierende: 60,- €

 

 

Vom jüdischen Jesus zum christlichen Neuen Testament

Seminar Nr. 2 mit Prof. Dr. Paul-Gerhard Klumbies (Universität Kassel)

In diesem Seminar geht es um die Gründungsphase des Christentums in den ersten vier Jahrhunderten. Im religiös gesättigten Mittelmeerraum des 1. Jahrhunderts n. Chr. bricht mit dem Bekenntnis der Auferweckung Jesu von den Toten eine Glaubensbewegung auf, die innerhalb von dreihundert Jahren zur führenden Religion im Römischen Reich aufsteigt.

In sechs Sitzungen sprechen wir über Jesus als historische Persönlichkeit des Judentums, seine Darstellung in der Glaubensperspektive der vier Evangelien, über die grenzüberschreitende und völkerverbindende Verkündigung des Paulus, die Zusammenstellung der frühchristlichen Schriften zum Kanon des Neuen Testaments und ihren Stellenwert für den christlichen Glauben. 

Neben der historischen Rückschau auf die Anfänge des Christusglaubens ist auch die Frage nach der bleibenden theologischen Bedeutung des Neuen Testaments Gegenstand der Veranstaltung.

Termine: Dienstag, 18.15 - 20.00 Uhr 
6 Sitzungen (05.05., 12.05., 02.06., 16.06., 23.06., 07.07.)
Ort: HS 1023, Kollegiengebäude I, EG
Teilnahme: max. 20 Personen

Gebühr:

40,- € / Nichtstudierende: 60,- €

 

 

Johann Peter Hebel: Kalendergeschichten und Gedichte

Seminar Nr. 3 mit Prof. Dr. Werner Frick (Deutsches Seminar)


Johann Peter Hebel (1760-1826) ist bis heute der bedeutendste Schriftsteller und Dichter der Region am Oberrhein, mit seinen aufsehenerregenden Allemanischen Gedichten (zuerst 1803) ein Pionier der Mundart-Dichtung in Deutschland, mit den zu Recht berühmten Kalendergeschichten, Schwänken und Anekdoten aus dem Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes (1811) einer der großartigsten und stilbildenden Erzähler der deutschen Literatur mit intensiver und anhaltender Nachwirkung. Das Studium generale erinnert in Hebels 200. Todesjahr mit einer poetischen Soiree (s. Programm, S. ??) an diesen großen Schriftsteller aus unserer Region und möchte mit diesem Lektüre- und Interpretationskurs die Gelegenheit geben, einige der schönsten und einflussreichsten Geschichten und Gedichte Hebels – Meisterwerke wie Unverhofftes Wiedersehen, Kannitverstan oder Die Vergänglichkeit, aber auch Überraschendes und Unbekanntes – neu oder überhaupt erstmals in genauem close reading kennenzulernen und dabei en passant etwas über die literaturwissenschaftliche Analyse bedeutender lyrischer und erzählerischer Texte zu erfahren. 

Das Seminar setzt keine spezifischen Vorkenntnisse voraus. Neugier, ästhetische Sensibilität, Freude am Lesen und der Literatur, ganz einfach „Lust auf Sprache” sind ideale Teilnahmevoraussetzungen; alles Weitere lernen Sie im Kurs. 

Die Grundlagentexte des Seminars und weitere Materialien werden allen Teilnehmer*innen zur Verfügung gestellt. Der Besitz einer zuverlässigen Hebel-Ausgabe, die die Alemannischen Gedichte und die Erzähltexte aus dem Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes enthält, wäre freilich von Vorteil. Zur Einführung empfohlen wird die Lektüre einer der neueren Hebel-Biographien, z.B. Heide Helwig: Johann Peter Hebel. Biographie, München: Hanser, 2010 oder Bernhard Viel: Johann Peter Hebel oder Das Glück der Vergänglichkeit. Eine Biographie, München: Beck, 2010.

Termine: Montag, 18.15 – 20.00 Uhr, 
6 Sitzungen (11.05.,18.05., 1.06., 15.06., 29.06, 6.07.)
Ort: HS 3301, Kollegiengebäude III, 3. OG, Deutsches Seminar
Teilnahme: max. 25 Personen

Gebühr:

40,- € / Nichtstudierende: 60,- €