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Exkursionen und Seminare im Wintersemester 2025/26

Im Wintersemester 2025/26 bietet Ihnen das Studium generale neben einem reichen Vortrags- und Diskussionsprogramm auch wieder einige zusätzliche Programm-Komponenten, die auf eine noch aktivere Publikumsbeteiligung und auf den noch intensiveren Austausch von Wissenschaft und allgemeiner Öffentlichkeit zielen:

Unsere Exkursionen sind einmalige, in der Regel 2- bis 3-stündige Vor-Ort-Begegnungen mit renommierten Expertinnen und Experten, Einladungen zur promenierenden Horizonterweiterung in Universität und Stadt: Bildungserlebnisse der besonderen Art. Bitte beachten Sie, dass auf den jeweiligen Wegstrecken mitunter keine geeigneten Sitzgelegenheiten zur Verfügung stehen 

Unsere Seminare laden an jeweils sechs Abenden des Semesters (bzw. im Fall des Elsass-Seminars: fünf Abenden und einer zusätzlichen Tagesfahrt nach Strasbourg) dazu ein, sich unter der Anleitung erfahrener Dozentinnen und Dozenten mit Themen aus der Literatur und Politikgeschichte auseinanderzusetzen, sei es, um bestehende Kenntnisse aufzufrischen und zu vertiefen, sei es, um sich erstmals (und ausdrücklich auch als interessierte „Laien“ auf dem betreffenden Gebiet) in neue, faszinierende Zusammenhänge der Geistes- und Kulturgeschichte hineinzudenken.

Anmeldung

Alle Seminare sind, wie das gesamte Programm des Studium generale, öffentlich zugänglich, d.h. Sie müssen nicht als Studierende/r oder als Gasthörer/in an der Universität eingeschrieben sein, um daran teilnehmen zu können. Im Interesse einer lebendigen Kommunikation ist die Teilnehmerzahl bei diesen Veranstaltungen jedoch begrenzt; Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.

Anmelden können Sie sich schriftlich, am einfachsten per E-Mail über das Büro des Studium generale bei Herrn Rainer Dausch: . Sie erhalten dann Hinweise zur Bezahlung des Unkostenbeitrags für das Seminar bzw. die Exkursion. Sobald Ihre Überweisung auf dem Konto der Universität eingegangen ist, gilt die Anmeldung als verbindlich.

Alle Seminare finden nur bei ausreichender Teilnehmerzahl statt. Bitte melden Sie sich daher nach Möglichkeit frühzeitig an.

 

Exkursionen

Ausgebucht - Auf den Spuren von Husserl, Arendt, Stein, Benjamin und Pollock - ein Spaziergang in der Wiehre

Exkursion Nr. 1 mit Dipl.-Psych. Ulrike Pohl

In der Umgebung der Lorettostraße im Freiburger Stadtteil Wiehre lebten einige teils erst später berühmt gewordene Philosophen und Philosophinnen. Auf einem Spaziergang soll das Leben von Edmund Husserl, Hannah Arendt, Edith Stein, Walter Benjamin und zusätzlich das des Soziologen Friedrich Pollock beleuchtet werden. Sie alle wohnten hier überwiegendin der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und gelangten meist erst in ihren späteren Jahren zu Berühmtheit. Husserl lebte viele Jahre in der Wiehre, während Arendt und Benjaminnur einige Monate in ihrer Studienzeit hier wohnten. Stein lebte in ihrer Zeit als Assistentin Husserls hier. Manche hatten persönlichen Kontakt während ihrer Freiburger Zeit, manche trafen sich erst in ihrem späteren Leben. Sie waren in ein Netzwerk von Beziehungen eingewoben. Bei einem Rundgang zu den Orten, an denen diese Menschen lebten, soll ihre Zeit in Freiburg und die Bedeutung, die Freiburg für ihr Leben hatte, dargestellt werden.

Termine:

Freitag, 17.10.25, 14.00 Uhr

Treffpunkt:

Parkplatz am Lorettobad, Lorettostr. 51a

Teilnahme:

max. 14 Personen

Gebühr:

5,- € / Nichtstudierende: 8,- €

 

Warteliste - Rundgang durch die Geschichte der Universität

Exkursion Nr. 2 mit Dr. Valerie Möhle (Universität Freiburg)

Der historische Rundgang führt zu wichtigen Stätten aus der Geschichte der Albert-Ludwigs- Universität – vom Gründungsort, dem Münster, über die alte barocke Aula im Neuen Rathaus, dem einstigen Kollegiengebäude, bis zu den jesuitischen Bauten der Alten Universität, die an der Stelle der alten studentischen Bursen errichtet wurden. Den Abschluss bildet das Kollegiengebäude I mit seinen Karzern (den ehemaligen Universitätsgefängnissen) und der herrlichen Aussicht vom Turm. Die Exkursion dauert ca. 2,5 Stunden. Bitte seien Sie 10 Minuten vorher am Treffpunkt.

Termin:

Freitag, 24.10.25, 13.45 Uhr

Treffpunkt:

Hauptportal des Freiburger Münsters

Teilnahme:

max. 16 Personen

Gebühr:

5,- € / Nichtstudierende: 8,- €

  

Ausgebucht - Spaziergang über den Alten Friedhof 

Exkursion Nr. 3 mit Wilhelm Gros (Uniseum)

Der Alte Friedhof ist der dritte der Stadt Freiburg und wurde zwischen 1683 und 1872 aktiv genutzt. So nimmt es gar nicht Wunder, dass auch so manch an und mit der Universität berühmt gewordener Name hier seine letzte Ruhe fand. Die Führung stellt anhand der Grabmale Freiburger Professoren deren Wirken an der Freiburger Alma Mater vor und zeichnet so ein Stück Universitätsgeschichte nach. Wir werden uns auch anschauen, wie man früher mit dem Tod umgegangen ist, einen Nagel in einem Schädel näher betrachten und schließen mit einem beeindruckenden Zeichen der Hoffnung.

Termin:

Freitag, 31.10.25, 15.00 Uhr, Dauer ca. 90 Minuten

Treffpunkt:

Alter Friedhof (Karlstr. 37/39), vor der Michaelskapelle

Teilnahme:

max. 20 Personen

Gebühr:

5,- € / Nichtstudierende: 8,- €

 

Ausgebucht - Geschichte der Juden in Freiburg

Exkursion Nr. 4 mit Dr. Heinrich Schwendemann (Historisches Seminar)

Am 22. Oktober 1940 fand mit der Deportation von 360 Freiburger Juden ins französische Gurs nach 1349, 1401 und 1424 die vierte Vertreibung der Juden aus Freiburg statt, nicht im Mittelalter, sondern mitten im 20. Jahrhundert. Mit der NS-Machtergreifung 1933 hatte auch in Freiburg die Verfolgung der jüdischen Bürger eingesetzt - mit den Etappen Isolierung, Entrechtung, Enteignung, Pogrom, Vertreibung und Deportation in den Tod. Mindestens 314 Freiburger Bürger jüdischen Glaubens kamen ums Leben.

Ohne die seit dem Mittelalter in der christlichen Mehrheitsgesellschaft tief verankerten antijüdischen Stereotypen, die sich chamäleonartig immer wieder den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen anpassten, wäre dies nicht denkbar gewesen. Im Übrigen besaß der mittelalterliche Judenbann in Freiburg zwischen 1424 und 1862 Geltung: Über einen Zeitraum von 438 Jahren war es Juden verboten, in der Stadt ihren Wohnsitz zu nehmen. Die Führung wird die Geschichte der Juden in Freiburg unter Einbeziehung der Erinnerungsstätten vorstellen.
 

Termine:

Freitag, 14.11.25, 14.00 Uhr

Treffpunkt:

Eingang KG I bei Aristoteles und Homer, Platz der Universität 3

Teilnahme:

max. 20 Personen

Gebühr:

5,- € / Nichtstudierende: 8,- €

 

Seminare

Die erste Kolonie? Das Elsass im Kaiserreich

Seminar Nr. 1 mit Dr. Heinrich Schwendemann (Historisches Seminar)

Das Elsass war Grenzraum zwischen den „Erbfeinden“: Zwischen 1871 und 1945 wechselte die staatliche Zugehörigkeit des Elsass viermal zwischen Deutschland und Frankreich, wobei die umstrittene Region zugleich Schauplatz von drei blutigen Kriegen (1870/71, 1914-1918 und 1939-1945) gewesen ist. Wider den Willen der einheimischen Bevölkerung in das 1871 gegründete Deutsche Reich gezwungen, avancierte das Reichsland Elsass-Lothringen zu einem der Dauerkonfliktherde des Kaiserreichs, der vor allem auch die Beziehungen zu Frankreich belastete. Gerade über die Auseinandersetzung mit der preußisch-deutschen Obrigkeit gewannen die Elsässer jedoch ein erhebliches Selbstbewusstsein, das auch nach der 1918 zunächst euphorisch bejubelten Rückkehr nach Frankreich zum Tragen kam. Der französische Nationalstaat sah sich in den zwanziger und dreißiger Jahren mit einer massiv auftretenden elsässischen Autonomiebewegung konfrontiert. 1940 von NS-Deutschland de facto annektiert, sorgte die Germanisierungspolitik des badischen Gauleiters Wagner allerdings dafür, dass jegliche Kollaborationsansätze erstickt wurden. Wir werden uns im Seminar mit der wechselvollen Geschichte des Elsass zwischen 1870/71 und 1944/45 beschäftigen und dabei auch die Perspektive der elsässischen Bevölkerung einbeziehen. Vorgesehen ist auch die Lektüre von Schlüsselquellen. Im Rahmen des Seminars wird zusätzlich zu den fünf regulären Sitzungen eine Exkursion nach Strasbourg angeboten. Einen entsprechenden Termin für März 2026 werden wir vereinbaren. Die Fahrtkosten mit der Bahn sind selbst zu tragen, werden sich aber im Rahmen halten.

Literatur zur Einführung: Vogler, Bernard, Geschichte des Elsass, Stuttgart 2012 (TB); Erbe,
Michael (Hrsg.), Das Elsass. Historische Landschaft im Wandel der Zeiten, Stuttgart 2002;
Wahl, A./Richez, J.C., L'Alsace entre France et Allemagne, 1850-1950, Paris 1994; Bruckert,
Harald, Das Reichsland Elsass-Lothringen 1870/71-1918, Ubstadt-Weiher 2025.

Termine: Dienstag, 18.15 bis 20 Uhr
5 Sitzungen (4.11., 25.11., 16.12.2025 sowie 13.1. und 3.2.2026)
Exkursion nach Strasbourg im März 2026, Termin wird im Seminar vereinbart
Ort: Breisacher Tor, Rempartstraße 4, Raum 105
Teilnahme: max. 20 Personen

Gebühr:

40,- € / Nichtstudierende: 60,- €

 

Zwischen Traum und Realität – E. T. A. Hoffmanns Erzählkunst

Seminar Nr. 2 mit Prof. Dr. Katharina Grätz (Deutsches Seminar)

Aus Anlass des 250. Geburtstags von E. T. A. Hoffmann am 24. Januar 2026 widmet sich das Seminar den vielschichtigen Erzählwelten dieses wichtigen und wirkungsreichen Autors der deutschsprachigen Romantik. Hoffmanns Erzählungen, die bis heute ihren magischen Sog behalten haben, zeichnen sich aus durch einen Hang zum Phantastischen, durch das Übergleiten des Wirklichen ins Wahn- und Traumhafte und ein ausgeprägtes psychologisches Interesse an den Nachtseiten des Menschen. Das schlägt sich auch in den zentralen Motiven der Texte nieder, etwa der Manipulation von Träumen im „Magnetiseur“ oder dem Automaten-Motiv im „Sandmann“.

Egal, ob Sie bereits mit Hoffmann vertraut sind oder neu in seinen phantastischen Kosmos eintauchen wollen – dieses Seminar lädt ein zu gemeinsamen Leseerfahrungen und spannenden Diskussionen. In den sechs Seminarsitzungen besprechen wir ausgewählte Erzählungen, analysieren Erzählweisen und narrative Perspektivenvielfalt, erkunden die Integration phantastischer Elemente und musikalischer Bezüge, die Bedeutung von Doppelgänger- und Spiegelmotiven, die Gestaltung von Künstlerfiguren und die Rolle von Kunstreflexion.

Wir beginnen gleich in der ersten Sitzung mit der kurzen Erzählung „Ritter Gluck“. Der Text wird vorab per E-mail an die Teilnehmenden verschickt!

Textgrundlage, bitte anschaffen:
Die Bergwerke zu Falun, Nussknacker und Mausekönig, Rat Krespel, Der Sandmann (alle
Reclam);
Der Magnetiseur (Taschenbuch/Hofenberg 6,80 €) [oder auch andere Ausgaben].

Termine: Donnerstag, 18.15 - 20.00 Uhr
6 Sitzungen (6.11., 20.11., 4.12., 18.12.2025 sowie 15.01. und 29.01.2026)
Ort: Peterhof, Niemensstr. 10, Raum 1
Teilnahme: 8 - 16 Personen

Gebühr:

40,- € / Nichtstudierende: 60,- €

 

Ausgebucht - Einführung in die Lyrikanalyse: Gedichte von Rainer Maria Rilke

Seminar Nr. 3 mit Prof. Dr. Werner Frick (Deutsches Seminar)

Rainer Maria Rilke (1875-1926) zählt zu den bedeutendsten Lyrikern deutscher Sprache und zu den Wegbereitern der literarischen Moderne in Deutschland. Zu seinem 150. Geburtstag am 4. Dezember 2025 widmet ihm das Studium generale einen Rezitationsabend und eine siebenteilige Vortragsreihe mit exemplarischen Überblicken über die wichtigsten Stationen seines poetischen OEuvres. Für alle, die Rilkes lyrischen Kosmos tiefer durchdringen, die Entwicklung seiner Poetik genauer verstehen und sich in eigenständigen Lektüren mit den Schönheiten und gelegentlichen Dunkelheiten seiner Lyrik auseinandersetzen möchten, könnte dieser Kurs eine passende Ergänzung darstellen: Hier wollen wir uns an sechs Abenden neugierig und geduldig, in entschleunigter Aufmerksamkeit und ohne Zeit und Leistungsdruck auf einen kleinen Fundus von Rilkes gelungensten Gedichten einlassen, ihre literarische Form und stilistische Eigenart in präzisen, textnahen Beobachtungen zu bestimmen suchen und nach möglichen Interpretationsansätzen und Deutungsperspektiven fragen. Ein Schwerpunkt des Programms wird auf Rilkes Lyriksammlungen der frühen und mittleren Werkphase vom Stundenbuch (entstanden 1899-1903, veröffentlicht 1905) über Das Buch der Bilder (1902-1906) bis zu den Neuen Gedichten (1907/08) liegen, aus denen viele der bis heute beliebtesten und meistzitierten Gedichte des Autors stammen. Über das endgültige Kursprogramm werden wir uns in der ersten Sitzung verständigen; Wünsche und Interessen der Teilnehmer*innen können dabei ggf. berücksichtigt werden.

Das Seminar setzt keine spezifischen Vorkenntnisse voraus. Neugier, ästhetische Sensibilität, Freude an Gedichten und „Lust auf Sprache“ sind ideale Teilnahmevoraussetzungen, alles Weitere lernen Sie im Kurs.

Die Grundlagentexte des Seminars und weitere Materialien werden allen Teilnehmer*innen zur Verfügung gestellt. Der Besitz einer Rilke-Ausgabe, die die genannten Gedichtsammlungen vollständig enthält, wäre von Vorteil. Empfehlenswert ferner die Lektüre einer der im Kontext des Jubiläumsjahres erschienenen neuen Rilke-Biographien von Gunnar Decker, Manfred Koch oder Sandra Richter.
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Termine: Montag, 18.15 - 20.00 Uhr
6 Sitzungen (24.11., 01.12., 15.12.2025 sowie 12.01., 19.01. und 02.02.2026)
Ort: HS 1236, Kollegiengebäude I, 2. Stock
Teilnahme: 8 - 20 Personen

Gebühr:

40,- € / Nichtstudierende: 60,- €