Einzelveranstaltungen
FREIBURGER AFRIKAGESPRÄCHE – TEIL 1: Traveling Memories of Refugees
In Zusammenarbeit mit dem Africa Centre for Transregional Research (ACT)
| Mittwoch 21.10.2026 20 Uhr c.t. HS 1098 KG I |
Dr. David Mwambari |
In den ersten FREIBURGER AFRIKAGESPRÄCHEN wird es am 21. Oktober um das Thema “Traveling Memories of Refugees: Stories of Memory, Silence, and Survival in Africa and beyond” gehen. Die zweiten FREIBURGER AFRIKA-GESPRÄCHE finden am 30. November statt.
About the lecture: The topic of displacement has become part of daily news around the world, but mostly for political reasons, and rarely do we hear voices in mainstream debates or media from those who are experiencing or have experienced displacement. In this lecture, I lead the audience to focus on another aspect of displacement that centers on the lived experiences of refugees in East and Southern African countries, Belgium, and the United States. The main question we will discuss together is: what happens to the memories of families and communities when they are forced to leave their homes for places they never imagined or planned to transit through or settle in?
Our conversation will focus on how displaced communities remember conflict, displacement, and return through their stories, oral traditions, art, and performance. Drawing on research from the ERC-funded Traveling Memories, Silences and Open Secrets (TMSS) project, it shares stories gathered through collaborative fieldwork and reveals how people experience hospitality, xenophobia, racism and loss. The lecture offers perspectives on how people preserve their memories and navigate the silence that accompanies them, especially when refugees’ life histories are continuously ignored by official accounts of their countries of origin, transit, and settlement.
About the speaker: David Mwambari is an associate professor in the Faculty of Social Sciences at Katholieke Universiteit Leuven in Belgium and the principal investigator for the European Research Council (ERC)-funded TMSS project on Life narratives of Violence Among Refugees in six countries. He is the author of many peer-reviewed works including Navigating Cultural Memory, published in Explorations in Narrative Psychology series (Oxford University Press, 2023). The book won the APCG Best Book Award at the African Studies Association in 2024 and the MSA First Book Award from the Memory Studies Association in 2025. He is a core faculty member and a board member at the Oxford Consortium on Human Rights, University of Oxford, and at the Centre for Mediation in Africa at the University of Pretoria.
Moderator: Dr. Franzisca Zanker, Deputy Director of the Arnold Berg-straesser Institute, Coordination Cluster Patterns of (Forced) Migration and member of the Africa Centre for Transregional Research.
Semestereröffnung: Deutschlands Rolle in einer veränderten Sicherheitsordnung
In Zusammenarbeit mit der Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internatio-nale Beziehungen, Seminar für Wissenschaftliche Politik und der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg
| Donnerstag 22.10.2026 18 Uhr c.t. HS 1010 KG I |
Semestereröffnung Dr. Nils Schmid (Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung) Deutschlands Rolle in einer veränderten Sicherheitsordnung |
Über den Vortrag: Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine gilt als Zäsur in der europäischen Sicherheitsordnung. Mit seiner Zeitenwende-Rede leitete der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz im Februar 2022 einen Paradigmenwechsel in der deutschen Verteidigungspolitik ein. Erklärtes Ziel seines Nachfolgers Friedrich Merz ist es, die Bundeswehr „konventionell zur stärksten Armee Europas“ zu machen. Hierfür wurden mit der Ausnahme von der Schuldenregel bei Verteidigungsausgaben und dem Wehrdienst-Modernisierungsgesetz die Weichen gestellt. Allerdings bleiben das massive Aufwachsen des Verteidigungsbudgets und der Ausbau deutscher Streitkräfte in Teilen der Bevölkerung umstritten. Hinzu kommen anhaltende Probleme bei europäischen Rüstungsprojekten, bei der stärkeren Integration der EU-Sicherheitspolitik und bei der Rekrutierung freiwilliger Wehrdienstleistender. Im globalen Kontext hat die Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus Zweifel an US-amerikanischen Sicherheitsgarantien gegenüber Europa gemehrt. Zugleich ist Deutschlands Verteidigungsfähigkeit auch aufgrund hybrider Bedrohungen wie Cyberangriffe, Sabotage kritischer Infrastrukturen und der Geopolitisierung von Lieferketten zunehmend herausgefordert. Dr. Nils Schmid, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, wird zu diesen Herausforderungen und aktuellen Entwicklungen in der deutschen Verteidigungspolitik sprechen und sich den Fragen des Publikums stellen.
Über den Referenten: Dr. Nils Schmid ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestags (Wahlkreis Nürtingen) und seit Mai 2025 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung. Zwischen 2018 und 2025 war Schmid außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Von 2011 bis 2016 war er stellvertretender Ministerpräsident sowie Minister für Finanzen und Wirtschaft in Baden-Württemberg.
Einführung und Begrüßung: Dr. Arndt Michael, ass. jur, Leiter Colloquium politicum, Universität Freiburg
Moderation: Dr. Tim Zajontz, Vertretung der Professur für Internationale Beziehungen, Universität Freiburg
BUCHVORSTELLUNG UND DISKUSSION
Joseph Croitoru: Das System Netanjahu
In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg
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Montag KG I |
BUCHVORSTELLUNG UND DISKUSSION Joseph Croitoru (Historiker; Autor) Das System Netanjahu |
Über das Buch: Niemand hat die Politik Israels und des Nahen Ostens in den letzten Jahrzehnten so geprägt wie Benjamin Netanjahu. Er wird von den einen glühend verehrt und unverbrüchlich unterstützt, von den anderen zutiefst gehasst oder gefürchtet. Spätestens seit der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt hat, ist seine kontroverse Position auf der Weltbühne unübersehbar. Aber wer ist dieser Mann, wo kommt er her, was treibt ihn an, und wie hat er sein Netzwerk aus Verbündeten aufgebaut? Diesen Fragen geht das Buch entlang wichtiger Stationen von Netanjahus politischem Aufstieg nach, der sich von Anfang an engen Beziehungen zu einflussreichen pro-israelischen Kreisen in den USA verdankte. Gemeinsam mit seinem ultrarechten Vater Benzion trat Netanjahu schon in seiner Studienzeit in Boston als begabter Netzwerker und Kommunikator auf.
Joseph Croitoru, ein profunder Kenner der Nahost-Politik, hat in Archiven bislang unentdeckte Unterlagen und Briefe gefunden: Sie sind Schlüssel zu Ideologie und Strategien des langjährigen israelischen Ministerpräsidenten. Und Croitoru zeigt, wie sich Netanjahu trotz aller Proteste und Korruptions-vorwürfe seit mehr als 15 Jahren an der Macht halten kann. (Text: Verlag Klaus Wagenbach, gekürzt)
Über den Autor: Joseph Croitoru, geboren 1960 in Haifa, studierte Geschichte, Kunstgeschichte und Judaistik in Jerusalem und Freiburg im Breisgau. Zunächst in Israel als Journalist tätig, schreibt er seit 1992 für die deutschsprachige Presse und den Rundfunk. Seine Bücher beschäftigen sich neben dem Nahostkonflikt mit jüdischer und islamischer Geschichte sowie religiösem Fundamentalismus. 2021 wurde er mit dem Friedenspreis der Geschwis-ter Korn und Gerstenmann-Stiftung ausgezeichnet. Mit dem Buch „Das System Netanjahu“, erschienen im Verlag Klaus Wagenbach, legt Croitoru die erste deutschsprachige Biografie über einen der umstrittensten Politiker der heutigen Zeit vor: seine Herkunft, sein Werdegang, sein Netzwerk.
Moderation: Dr. Arndt Michael, ass. jur., Leiter Colloquium politicum, Universität Freiburg
LESUNG UND GESPRÄCH: „Ausgerechnet zu den Chinesen…“ – Deutschsprachige Abenteurerinnen in China
In Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut an der Universität Freiburg, der Stadtbibliothek Freiburg und dem China Forum Freiburg
| Mittwoch 04.11.26 19.30 Uhr Stadtbibliothek Freiburg |
Martina Bölck (freie Autorin und Dozentin in Hamburg) & Hilke Veth (Journalistin, Dozentin und Dramaturgin) „Ausgerechnet zu den Chinesen…“ – Deutschsprachige Abenteurerinnen in China |
Über das Buch: Eine Diplomatengattin und eine Spionin, Missionarinnen und Kunstsammlerinnen, Journalistinnen, Weltreisende und eine Jüdin, die in Shanghai vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten Zuflucht suchte: Einige der porträtierten Frauen hielten sich nur wenige Wochen in China auf, andere verbrachten dort mehrere Jahre oder sogar den größten Teil ihres Lebens. Sie erlebten die Zeit der Opiumkriege und des deutschen Kolonia-lismus, die Weltkriege und die Gründung der Volksrepublik China. Abenteure-rinnen waren sie auf ihre Art alle. Sie näherten sich dem fremden Land auf jeweils persönliche Weise: mit Überlegenheitsgefühlen, mit Neugier, christlich motiviertem Mitleid, mit Bewunderung für die Kultur des Landes oder mit revolutionärem Pathos – abhängig von ihren Lebensumständen und der Zeit-geschichte. Die Autorinnen haben diese Lebensgeschichten recherchiert und aufgeschrieben. Ihr Buch, erschienen im Aviva Verlag, ist eine spannende Zeitreise durch ein Jahrhundert deutsch-chinesischer Beziehungen aus der Sicht von 18 wagemutigen Frauen. (Text: Aviva Verlag, gekürzt)
Über die Autorinnen: Hilke Veth arbeitete als Journalistin, Dozentin und Dramaturgin, von 1995 bis 2011 war sie Hörspielredakteurin beim NDR und ist jetzt freiberuflich als Autorin tätig. Sie ist in China geboren und beschäf-tigt sich seit 20 Jahren mit Geschichte und Gegenwart des Landes. Ihre Be-arbeitung von Liao Yiwus „Vier Lehrmeister“ wurde Hörspiel des Jahres 2011. Zuletzt erschien ihr Roman „Abschied von Shanghai? Maskee!“ (2024). Martina Bölck ist freie Autorin und Dozentin in Hamburg. Von 2003 bis 2008 war sie als Lektorin des DAAD an einer chinesischen Universität in Beijing tätig. Über diese Zeit hat sie ein Buch geschrieben („Wie überall und nirgendwo sonst. Fünf Jahre China“, 2010/2018). Sie hält Vorträge zu China und „starken Frauen" und beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Geschichte der Deutschen in China. Zuletzt veröffentlichte sie „Was Sie dachten, NIEMALS über CHINA wissen zu wollen“ (2022).
Eintritt frei. Anmeldungen unter info@ki-freiburg.de oder 0761-20397888.
BUCHVORSTELLUNG UND DISKUSSION: Der Mann fürs Bunte. Franz Burda und sein Medienunternehmen
In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg und der Buchhand-lung Rombach
| Dienstag 10.11.2026 20 Uhr c.t. HS 1199 KG I |
PD Dr. Tim Schanetzky |
Das Buch „Franz Burda. Unterhaltung für Millionen“ von Norbert Frei, Tim Schanetzky und Sybille Steinbacher ist im Verlag C.H. Beck erschienen und wird von Co-Autor Tim Schanetzky am 10. November im COLLOQUIUM POLITICUM vorgestellt.
Über das Buch: Das neue Medium wurde seine Chance: Franz Burda (1903–1986), Sohn eines kleinen Druckereibesitzers im beschaulichen Offenburg, war früh zur Stelle, als sich Mitte der zwanziger Jahre der Siegeszug des Rundfunks abzuzeichnen begann. Ausgehend von der Radio-Programmzeitschrift Sürag entwickelte Burda seinen Betrieb, der auch in der NS-Zeit weiterwuchs, nach dem Krieg zu einem Druck- und Verlagskonzern, der heute zu den größten Medienunternehmen Deutschlands zählt. Nach politischer Anpassung im „Dritten Reich“, „Arisierungs“-Gewinnen und geschicktem Agieren in der Besatzungszeit bediente Franz Burda vom Südwesten aus die junge Bundesrepublik millionenfach mit farbigem Unterhaltungsstoff, Schnittmustern und Warenkatalogen. Aus der Illustrierten-Konkurrenz der fünfziger Jahre ging die Bunte dauerhaft erfolgreich hervor, Burda Moden von Ehefrau Aenne prägte maßgeblich den Kleidungsstil der Epoche, und mit der alljährlichen „Bambi“-Verleihung schrieben sich die Burdas in die Geschichte der deutschen Fernsehunterhaltung ein.
Entlang der Biographie des Firmengründers legen die Autoren den politischen Kern einer „bunten“ Unterhaltung frei, die in drei politischen Systemen verfing. Zugleich eröffnet ihre anschauliche Darstellung einen frischen Blick auf die Medien-, Gesellschafts- und Mentalitätsgeschichte der „alten“ Bundesrepublik. (Text: C.H. Beck, gekürzt)
Über den Co-Autor: Tim Schanetzky lehrt derzeit Neueste Geschichte und Zeitgeschichte in Freiburg und ist Inhaber einer Heisenberg-Stelle am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen. Bei C.H.Beck ist von ihm erschienen „Kanonen statt Butter. Wirtschaft und Konsum im Dritten Reich“ (2015).
Vortrag: Blick zurück in der Krise? Historisches Erinnern an und gegenwärtige Selbstverständigung über Demokratie
In Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Freiburg und der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg
| Donnerstag 12.11.26 18 Uhr s.t. LpB Freiburg Lina-Wäldin- Saal Rathausgasse 33 |
Prof.in Dr. Silke Mende |
Über den Vortrag: Unter dem Eindruck aktueller Krisendiskurse um Demokratie und Parlamentarismus erlaubt ein Blick auf das historische Erinnern an zentrale Wegmarken der deutschen Demokratiegeschichte Einsichten in gegenwärtige Debatten und Selbstverständnisse. Der Vortrag resümiert den Umgang mit den drei jüngst begangenen großen Demokratiejubiläen in Deutschland: 175 Jahre 1848er-Revolution, 75 Jahre Grundgesetz sowie 35 Jahre friedliche Revolution und Mauerfall. Er fragt nach den prägenden Narrativen und politisch-gesellschaftlichen Dynamiken im öffentlichen Gedenken sowie den damit verbundenen geschichtswissenschaftlichen Deutungsange-boten.
Dabei werden drei übergreifende Gemeinsamkeiten deutlich: Erstens eine gestiegene Sensibilität für demokratiegeschichtliche Leerstellen und Margina-lisierungserfahrungen; zweitens eine größere Aufmerksamkeit gegenüber radikal- und direktdemokratischen Elementen demokratischer Teilhabe; und schließlich drittens eine herausgehobene Bedeutung von Bezügen und Kategorien „jenseits des Nationalstaats“.
Über die Referentin: Prof.in Dr. Silke Mende ist Professorin für Zeitge-schichte am Historischen Seminar der Universität Heidelberg.
Auftrag. Ansprüche. Anfeindungen.
Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl.
In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg
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Dienstag |
Maik Reichel |
Über den Vortrag: Die politische Bildung steht im Fadenkreuz. Ihre Unabhängigkeit und institutionellen Grundlagen werden zunehmend infrage gestellt. Besonders deutlich wird das in Sachsen-Anhalt: In ihrem Regierungsprogramm zur Landtagswahl 2026 kündigte die AfD an, die Landeszentrale für politische Bildung in ihrer bisherigen Form abzuschaffen und durch ein „Landesinstitut für staatspolitische Bildung und kulturelle Identität“ zu erset-zen. Damit steht nicht weniger als die Zukunft einer unabhängigen, überparteilichen und pluralistischen politischen Bildungsarbeit auf dem Spiel.
Maik Reichel, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, spricht über die möglichen Folgen der Landtagswahl und die wachsenden Herausforderungen für die politische Bildungsarbeit. Dabei geht es auch um die Frage, ob und wie sie sich gegen politische Einflussnahme, ideologische Vereinnahmung und die Zerschlagung ihrer bisherigen Struktu-ren behaupten kann.
Über den Referenten: Maik Reichel ist Historiker, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und seit 2013 Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt. Er studierte Geschichte und Kunstgeschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Anschließend war er unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Museumsleiter am Museum im Schloss sowie an der Gustav-Adolf-Gedenkstätte in Lützen tätig. Maik Rei-chel engagierte sich über viele Jahre auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Von 2001 bis 2011 war er ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Lützen, von 2005 bis 2009 gehörte er als direkt gewählter Abgeordneter dem Deutschen Bundestag an
FRIAS Freiburger Horizonte – Teil 1 - Vortrag und Diskussion
Prof. Dr. Marion Ackermann: Museen der Gegenwart: Perspektiven für das 21. Jahrhundert
In Zusammenarbeit mit dem Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS)
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Dienstag |
Prof. Dr. Marion Ackermann |
Über den Vortrag: Welche Herausforderungen prägen Museen heute? Und wie können sie ihrem gesellschaftlichen Auftrag in Zukunft gerecht werden? Seit Juni 2025 steht Marion Ackermann als erste Frau an der Spitze der Stif-tung Preußischer Kulturbesitz (SPK). Die SPK ist eine der bedeutendsten Kultureinrichtungen weltweit. Sie vereint Museen, Bibliotheken, Archive und Forschungsinstitute, deren Sammlungen die kulturelle Entwicklung der Menschheit dokumentieren – in Europa und darüber hinaus. Im Rahmen der FRIAS Freiburger Horizonte spricht Ackermann aus langjähriger Erfahrung als Museumsmanagerin, Kunstexpertin und Strategin und skizziert die Rolle von Museen in Gegenwart und Zukunft.
Über die Referentin: Marion Ackermann studierte Kunstgeschichte, Germa-nistik und Geschichte in Göttingen, Kassel, Wien und München. 1995 wurde sie an der Universität Göttingen mit einer Arbeit zu den autobiographischen und theoretischen Texten Wassily Kandinskys promoviert. 2003 übernahm sie die Leitung des Kunstmuseums Stuttgart und war mit 38 Jahren zu die-sem Zeitpunkt die jüngste Leiterin eines großen Museums in Deutschland. Ab 2009 führte sie die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Von 2016 bis 2025 leitete sie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Dort verantwortete sie einen Verbund aus 15 Museen und vier Instituten mit jährlich über zwei Millionen Besucherinnen und Besuchern. Neben ihrer Tätig-keit als Kuratorin und Museumsleiterin hatte Marion Ackermann Lehraufträge an verschiedenen Universitäten und Kunstakademien inne.
Moderation: Dr. Arndt Michael, ass. jur., Leiter Colloquium politicum, Uni-versität Freiburg
FRIAS 33. HERMANN STAUDINGER LECTURE - Prof. Dr. Philippe Aghion: Are Ideas Becoming Harder to Find?
In Zusammenarbeit mit dem Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS)
| Donnerstag 26.11.26 17 Uhr s.t. Anatomie-hörsaal Albertstr. 17 |
Prof. Dr. Philippe Aghion |
About the lecture: In the 33rd installment of the Hermann Staudinger Lec-tures, Philippe Aghion (Nobel Prize in Economics 2025) will present his groundbreaking research on growth and innovation. Aghion will argue that while ideas may get harder to find within each individual topic or field, the constant innovation reset from old lines to new lines makes ideas not harder to find in the aggregate. The lecture will also look at the relationship between AI and the production of new ideas.
About the speaker: Philippe Aghion is a Professor at the Collège de France, at INSEAD, and at the London School of Economics, and a fellow of the Econometric Society and of the American Academy of Arts and Sciences. His research focuses on the economics of innovation and growth. With Peter Howitt, he pioneered the so-called Schumpeterian growth theory which became a leading paradigm to analyze the interplay between growth, innova-tion, market structure, and firm dynamics. In 2001, Philippe Aghion received the Yrjo Jahnsson Award for the best European economist under age 45, in 2009 he received the John Von Neumann Award, and in March 2020 he shared the BBVA “Frontier of Knowledge Award” with Peter Howitt for “de-veloping an economic growth theory based on the innovation that emerges from the process of creative destruction”. He was awarded the Sveriges Riksbank Prize in Economic Sciences in Memory of Alfred Nobel in 2025 (jointly with Peter Howitt for their work on creative destruction, and with Joel Mokyr).
DISKURSFESTIVAL- Osteuropäische Perspektiven 2026
| Donnerstag 26.11.26- 27.11.26 |
DISKURSFESTIVAL |
Über die Tagung: Am 26. und 27. November finden die Osteuropäischen Perspektiven 2026 statt, mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen, einer Buch-vorstellung, Panels und Konzerten.
Die erste Ausgabe des Diskursfestivals „Osteuropäische Perspektiven“ in Freiburg im Dezember 2024 fand vor dem Hintergrund des Krieges gegen die Ukraine und unter dem Eindruck des Kampfes der Bevölkerung in Georgien für Demokratie und Unabhängigkeit statt. In beiden Staaten müssen sich die Menschen gegen die imperialen Bestrebungen von Putins Russland zur Wehr setzen. Sie kämpfen für ihre Unabhängigkeit und appellieren an Europa und die Europäer, sie in ihrem verzweifelten Ringen nicht allein zu lassen. Daran hat sich zwei Jahre später nichts geändert. Die Perspektiven Osteuropas im Jahr 2026 werden jedoch auch von einer völlig veränderten geopolitischen Situation bestimmt. Dem aggressiven Großmachtstreben Russlands steht nicht mehr ein halbwegs geeinter „Westen“ gegenüber, in dem die USA, Großbritannien und die EU-Staaten gemeinsam die Länder des postsowjetischen Einflussbereichs unterstützen. Diese fundamentale neue Situation, der sich die Region ausgesetzt sieht, wird eines der zentralen Themen der Osteuropäischen Perspektiven 2026 sein.
Beginn: Donnerstag, 26.11., 18 Uhr s.t.
Veranstaltungsorte:
• Haus zur Lieben Hand, Universität Freiburg (Löwenstraße 16)
• Literaturhaus Freiburg (Bertoldstraße 17).
Vollständiges Programm und Ablauf: s. Homepage Colloquium politicum.
FREIBURGER AFRIKAGESPRÄCHE – TEIL 2
In Zusammenarbeit mit dem Africa Centre for Transregional Research (ACT)
| Montag 30.11.26 18 Uhr c.t. HS 1098 KG I |
Prof.in Dr. Julia Tischler (University of Basel) & Prof. Dr. Goodman Gwasira (University of Namibia) |
Introduction: Colonialism in Southern Africa
Prof.in Dr. Julia Tischler
Lecture: Dead Bodies in Colonial Entanglements. Overview of Repatriations from South Africa to Namibia and Wider Implications
Prof. Dr. Goodman Gwasira
About the lecture: On 19 August 2026, South Africa handed over the ances-tral remains of 86 Namibians (84 ancestors abducted over 100 years ago, two political prisoners who died in detention during the apartheid era) to a Namibian delegation in Cape Town They were received a little later by Namibia’s president during an emotional ceremony. While it has gradually become better known that thousands of ancestors from former colonies are still „stored“ in German museums and universities – with efforts to repatriate them underway in many places (including Freiburg) – it may sound surprising that this is also the case in South Africa. But here as well a supposed „racial inferiority“ was driving fully unethical behaviour.
This Freiburg Africa talk will discuss political, practical and scientific implica-tions of „new relational ethics“ between two African countries, but also what they may mean for Europe.
Prof. Goodman Gwasira is a senior lecturer and coordinator of Archaeology and Heritage Studies in the Department of Humanities and Arts at the University of Namibia. He has been curator of the National Museum of Namibia. Prof.in Julia Tischler is professor of African History at the University of Basel and Member of the Steering Committee and Directorate of the Centre for African Studies Basel.
Lost in Translation? Kommunikation deutscher Unternehmen in China
In Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut an der Universität Freiburg und dem China Forum Freiburg T)
| Dienstag 01.12.26 19 Uhr s.t. Weingut Dilger Urachstr. 3 |
Roland Sladek |
Über den Vortrag: Wie kommunizieren deutsche und westliche Unternehmen in China? Und wo entstehen Missverständnisse, wenn unterschiedliche Medienlandschaften, kulturelle Prägungen und Erwartungen aufeinandertreffen?
Der erfahrene Kommunikationsberater Roland Sladek – u. a. sechs Jahre Leiter der internationalen Kommunikation bei Huawei in Shenzhen – gibt Einblicke in die chinesische Medienwelt und zeigt anhand konkreter Beispiele, wie internationale Unternehmen in China kommunizieren und mit Öffentlichkeit, Medien und Krisen umgehen. Wie tickt chinesische Zensur wirklich? Warum wird aus einer harmlosen Aussage Jahre später plötzlich eine Krise? Und ist eine neutrale Haltung gegenüber China heute überhaupt noch möglich? Dabei geht es nicht nur um Sprache, sondern um die grundlegende Frage, wie Kommunikation in unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftli-chen Kontexten überhaupt funktioniert.
Über den Referenten: Roland Sladek ist ein international erfahrener Kommu-nikationsberater und verfügt über mehr als 25 Jahre Führungserfahrung in der globalen Unternehmens- und Krisenkommunikation. Er war unter anderem verantwortlich für die Unternehmenskommunikation bei Mercedes-Benz France und Schneider Electric. Von 2011 bis 2017 arbeitete er bei Huawei in Shenzhen/China, wo er die internationale Unternehmenskommunikation global aufbaute und leitete. Nach seiner Rückkehr nach Europa verantwortete er die Kommunikation und Markenführung bei Hitachi ABB Power Grids in Zü-rich und war Kommunikationsdirektor des internationalen Logistikkonzerns CMA CGM in Marseille. Als Dozent unter anderem an der Sciences Po Paris und der Fudan-Universität in Schanghai vermittelte er zudem seine Erfahrungen in internationaler und interkultureller Kommunikation. Seit 2023 ist er Ge-schäftsführer von Clarios, einem auf Kommunikation und Marketing fokus-sierten Beratungsunternehmen.
Eintritt frei.
Nur mit Anmeldung: info@ki-freiburg.de oder 0761-20397888.
FRIAS Freiburger Horizonte – Teil 2: Buchvorstellung und Diskussion
In Zusammenarbeit mit dem Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS)
| Donnerstag 10.12.26 19 Uhr s.t. HS 1199 KG I |
Buchvorstellung und Diskussion |
Über das Buch: In seinem Buch analysiert der Soziologe Sighard Neckel in nüchterner Klarheit das große Dilemma unserer Zeit: Während der Klimawan-del auf eine ökologische Katastrophenzeit zuläuft, stellen Maßnahmen zu seiner Eindämmung eine beispiellose Herausforderung dar, an der moderne Gesellschaften zu scheitern drohen. Klimakonflikte vertiefen soziale Un-gleichheiten und die Krise der Demokratie. Der Streit um die Lebensführung bringt soziale Gruppen gegeneinander auf. Reichtumsklassen profitieren weiterhin von der Klimaschädigung. Die Folge: Es passiert zu wenig bis nichts, und die Katastrophe rückt immer näher.
Um die drängenden Fragen des Klimawandels herum entstehen zahllose neue Konfliktherde, in die unterschiedliche Interessen, Wertvorstellungen und So-zialmilieus miteinander verstrickt sind. Klimapolitisch verhärten sich die Fronten, während bei Regierungen, in der Wirtschaft und bei der Bevölkerung der Klimawandel in den Hintergrund rückt. Dadurch bleibt die notwendige schnelle sozialökologische Transformation aus. Umso mehr plädiert Neckel für einen radikalen Umbau von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, für einen ökologischen „Infrastruktursozialismus“ im Interesse des Gemeinwohls, um der drohenden Katastrophe doch noch Herr zu werden. Dabei nimmt er nicht nur eine Reihe von gegenwärtig zirkulierenden Scheindebatten auseinander, sondern zeigt auf, welche realistischen ökologischen und gesellschaftlichen Fortschritte trotz unserer bedrohlichen Lage möglich sind. (Text: Verlag C.H. Beck, gekürzt)
Über den Autor: Sighard Neckel ist Soziologe und Professor emeritus für Gesellschaftsanalyse und sozialen Wandel an der Universität Hamburg. Von 2019 bis 2023 war er Sprecher der dortigen DFG-Kolleg-Forschungsgruppe „Zukünfte der Nachhaltigkeit", an der er seither als Permanent Fellow tätig ist.
Moderation: Dr. Arndt Michael, ass. jur., Leiter Colloquium politicum, Uni-versität Freiburg
Vortrag: Wie Europas digitale Abhängigkeiten abbauen? Vier Szenarien zur Verbesserung des Status quo
In Zusammenarbeit mit der Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internatio-nale Beziehungen, Seminar für Wissenschaftliche Politik
| Mittwoch 20.01.2027 18 Uhr c.t. HS 1199 KG I |
Prof. Dr. Maximilian Mayer |
Über den Vortrag: Europäische Entscheidungsträger betrachten digitale Technologien als unverzichtbar, um den wirtschaftlichen Wohlstand, die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Sicherheit des Kontinents in einem sich wandelnden geopolitischen Umfeld zu gewährleisten. Jüngste Ereignisse, wie Zugangsbeschränkungen zu kritischen digitalen Technologien und Seltenen Erden sowie das plötzliche Abschalten fortschrittlicher KI-Dienste auf bestimmten Märkten, haben die Bedenken hinsichtlich der Abhängigkeit von externen Anbietern bei digitalen Fähigkeiten verstärkt. Um kostspielige oder ineffiziente Strategien zu vermeiden, müssen Regierungen die für die strategische Autonomie Europas wichtigsten Schwachstellen besser verstehen. Zur Bewertung verschiedener Optionen wird der Digital Dependence Index (DDI) herangezogen, um digitale Abhängigkeiten im Waren- und Dienstleistungshandel, bei Plattformen und Patenten systematisch zu erfassen. Mithilfe dieser Daten werden auf nationaler Ebene verschiedene Profile digitaler Abhängigkeiten identifiziert und vier unterschiedliche Ansätze zur Verringe-rung der digitalen Abhängigkeit sowie deren Konsequenzen diskutiert.
Über den Referenten: Dr. Maximilian Mayer ist Professor für Internationale Beziehungen und Globale Technologiepolitik am Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) und am Institut für Politikwis-senschaft der Universität Bonn. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen das „Routledge Handbook on Global China“ (Routledge 2024) sowie „Workarounding Tech Middle Power Cooperation in a Turbulent World“ (Palgrave 2026). Er leitete die vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte Forschungsgruppe zum Thema „Inf-rastrukturen der chinesischen Moderne und ihre globalen konstitutiven Wirkungen“.
Vortrag: Europa ohne die USA? – Gedanken zur strategischen Autonomie Europas
In Zusammenarbeit mit der Professur für Politische Philosophie, Theorie und Ideengeschichte, Seminar für Wissenschaftliche Politik
| Donnerstag 21.01.27 18 Uhr c.t. HS 1199 KG I |
Wolfgang Richter |
Über den Vortrag: Das Thema „Europa ohne die USA? – Gedanken zur strategischen Autonomie Europas" wird von zwei Seiten aus betrachtet: Zunächst stehen die strategischen Interessen der USA im Mittelpunkt. Diese ergeben sich vor allem aus der amerikanischen Sicherheitsstrategie vom November 2025 sowie aus den Konsequenzen des (Teil-)Abzugs von US-Truppen aus Europa. Im Anschluss behandelt der Vortrag die unterschiedlichen europäischen Ebenen der Verteidigungspolitik (EU, NATO-Europa etc.). Hierbei sind vor allem die Konsequenzen aus der Konstruktion der EU als Staatenbündnis sui generis zu berücksichtigen. Aus ihr folgt nur eine be-grenzte Vergemeinschaftung der (national-)staatlichen Souveränität, was erhebliche Auswirkungen auf die Verteidigungspolitik hat.
Über den Referenten: Wolfgang Richter war Oberst im Generalstabsdienst des Heeres der Bundeswehr und ist Associate Fellow beim Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik. Herr Richter war zudem Leitender Militärberater der deut-schen Delegationen bei der Abrüstungskonferenz in Genf, den VN-Abrüstungsforen in New York und bei der OSZE in Wien. Bereits in seinen militärischen Verwendungen beschäftigte Richter sich wissenschaftlich mit Sicherheitspolitik. 1989 bis 1991 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der SWP. Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst übernahm er wieder eine Stelle als Experte für Verteidigungs- und Sicherheitspolitik bei der SWP. In zahlreichen Qualitätsmedien ist Herr Richter ein gefragter Interviewpartner. Zu seinen Forschungsfeldern gehören Rüstungskontrolle, Sicherheitskoopera-tion, Internationales Völkerrecht und Konflikte in Europa, u. a. der Konflikt in der Ukraine seit 2014.
