Einzelveranstaltungen
Semestereröffnung
In Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar, Universität Freiburg
| Mittwoch 22.04.2026 19 Uhr s.t. HS 1098 KG I |
SEMESTERERÖFFNUNG |
Wie prägt der Umbruch von 1989/90 die „Wiedervereinigungsgesellschaft“? Welche Folgen hat das Erinnern an Friedliche Revolution und Transformation für das Verständnis von Demokratie? Und was bedeutet das nicht nur für den Osten, sondern für das gesamte Land? Antworten bietet nicht nur die Wissenschaft, sondern auch Popkultur: Romane, Spielfilme, Songs eröffnen Einblicke in ein vielfältiges, spannungsgeladenes, auch widersprüchliches Feld. In ihrem Buch „Neon/Grau. 1989 und ostdeutsche Erfahrungsräume im Pop“ haben Anna Lux und Jonas Brückner Deutungen über den Osten im Pop untersucht. Es geht um Freiheiten und Verluste, Zugehörigkeit und Aus-grenzung.
Im Rahmen der Veranstaltung stellen sie ihr Buch vor und diskutieren mit Claudia Gatzka und Sylvia Paletschek über ostdeutsche Erfahrungsräume und Demokratieverständnisse sowie über Popkultur als ein wichtiges Feld, um Geschichte zu verstehen und kritisch mit heutigen Realitäten ins Gespräch zu bringen.
Auf dem Podium
- Dr. Claudia Gatzka, Historikerin (Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas, His-torisches Seminar, Universität Freiburg)
- Dr. Anna Lux, Historikerin (bis 2025 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Universität Freiburg im BMFTR-Verbundprojekt „Das umstrittene Erbe von 1989. Aneignungen zwi-schen Politisierung, Popularisierung und historisch-politischer Geschichtsvermittlung“, aktuell Universität Leipzig, Institut für Kulturwissenschaften)
- Jonas Brückner, Kulturwissenschaftler (Doktorand am Institut für Kulturwissenschaften, Universität Leipzig)
- Prof. Dr. Sylvia Paletschek (Prorektorin für Universitätskultur; Professorin für Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Universität Freiburg)
10 Jahre Pariser Klimaabkommen – Eine kritische Bestandsaufnahme
In Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie Freiburg, der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg, der Stiftung Klimaneutralität, Berlin und dem Exzellenzcluster CLICCS der Universität Hamburg
| Donnerstag 23.04.26 16 Uhr c.t. Aula KG I |
10 Jahre Pariser Klimaabkommen – Teil 4: Warum Klimagerechtigkeit eine Zukunftsfrage für alle ist
|
|
|
16.15 Begrüßung und Einführung 16.30 Vortrag Dr. Imme Scholz (Vorständin Heinrich Böll Stiftung, Berlin) 17.00 Vortrag Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge (Direktorin German Institute of Development and Sustainability IDOS, Bonn) 17.30 Bewirtete Pause 17.45 Podiumsdiskussion: Loss and Damage – Klimagerechtigkeit für die Länder des Globalen Südens Auf dem Podium 19.00 Bewirtete Pause 19.15 Podiumsdiskussion: Internationale Finanzsysteme und Klimagerechtigkeit |
Über die Reihe: Vor 10 Jahren, am 12.12.2015, wurde auf der Weltklimakonferenz das „Übereinkommen von Paris“ beschlossen. Darin verpflichten sich 195 Staaten, den Klimawandel einzudämmen und die Weltwirtschaft klimafreundlich umzugestalten. Das konkret gefasste Ziel: Den weltweiten Temperaturanstieg möglichst auf 1,5 Grad Celsius, auf jeden Fall aber auf deutlich unter zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu beschränken. Anders als das zuvor verhandelte Kyoto Protokoll haben sich in Paris alle Staaten der Erde völkerrechtlich verpflichtet, einen nationalen Klimabeitrag zu erarbeiten und über die Fortschritte ihrer Bemühungen regelmäßig zu berichten. Das wurde zu Recht als Durchbruch gefeiert. Es war der vielleicht wichtigste Schritt auf einem Weg, den die internationale Staatengemeinschaft 1992 bei der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro mit dem ersten völkerrechtlich verbindlichen Abkommen zum Klimaschutz begonnen hatte.
10 Jahre später müssen wir jedoch feststellen, dass keiner der Unterzeichnerstaaten die eingegangenen Selbstverpflichtungen eingelöst hat. Das 1,5 Grad-Ziel gilt mittlerweile als nicht mehr erreichbar. Ist das ein Anlass, die Relevanz von internationalen Klimakonferenzen grundsätzlich in Frage zu stellen? Oder gibt es gute Gründe, den Prozess dieser Bemühungen trotz aller Zweifel fortzusetzen? Gibt es positive Wirkungen, die ohne sie nicht eingetreten wären? Welche Rolle spielen sie für die sogenannte Klimagerechtigkeit? Und wie könnte den Abkommen und ihren Beschlüssen eine größere Geltung im politischen Handeln verschafft werden?
In vier Veranstaltungen werden diese Fragen im Fokus stehen. Sie sind thematisch folgendermaßen gegliedert:
- Was genau wurde in Paris verabredet? Welche Verbindlichkeit haben diese Verabredungen angenommen? Welche Folgewirkungen lassen sich beschreiben.
- Welche Entwicklungen haben die Klimakonferenzen seither genonmen? Warum sollten wir diesen Prozess fortsetzen? Welche Aspekte sind kritisch zu sehen?
- Warum verfehlen wir die beschlossenen Ziele? Welche Lobbys und Interessen arbeiten dagegen? Welche Regime/Ordnungen sind hinderlich? Welche Reformen wären nötig?
- Welchen Beitrag sollten/könnten die Konferenzen für die weltweite Klimagerechtigkeit erbringen? Welche Ausgleichsleistungen zwischen reichen und armen, verursachenden und leidenden Ländern müssten erarbeitet werden?
Götz Aly: Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945
In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg dem Gedenkstättenverbund Südlicher Oberrhein e.V. und der Buchhandlung Rombach
| Dienstag 28.04.2026 19 Uhr s.t. Aula KG I |
Lesung und Gespräch Prof. Dr. Götz Aly (Politikwissenschaftler; Historiker; Journalist) Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945 |
|
Über das Buch
|
Strategische Neuorientierung in Peking?
In Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut an der Universität Freiburg, dem China Forum Freiburg und dem China Netzwerk Baden-Württemberg
| Mittwoch 29.04.26 18.30 Uhr Max-Kade-Auditorium Alte Universität Bertold-straße 17 |
Dr. Julia Haes (Gründerin und Geschäftsführerin des China-Instituts für die deutsche Wirtschaft (CIDW)) Strategische Neuorientierung in Peking? Der neue Fünfjahresplan der Volksrepublik China |
| Über die Veranstaltung Wie legitimiert sich ein politisches System, wenn das wirtschaftliche Wachstum nachlässt? Jahrzehntelang beruhte das Primat der Partei auf stetig wachsendem Wohlstand – getragen von Investitionen und aktiver Wirtschaftspolitik. Doch sinkende Wachstumsraten stellen dieses Modell infrage. Der 15. Fünfjahresplan markiert deshalb einen strategischen Kurswechsel: weg von reiner Investitionslogik, hin zu mehr Dienstleistungssektor, gezielter Stärkung des Humankapitals und aktiver Konsumförderung. Der Vortrag analysiert, warum dieser Wandel notwendig wurde – und welche politischen und gesellschaftlichen Folgen er haben könnte. Über die Referentin Dr. Julia Haes ist Mitglied im Vorstand eines deutschen Familienunternehmens sowie Gründerin und Geschäftsführerin des China-Instituts für die deutsche Wirtschaft (CIDW), das deutsche Unternehmen mit China-Training und Beratung unterstützt. Ihr besonderes Interesse gilt dem Zusammenspiel zwischen der chinesischen Wirtschaft und Politik sowie chinesischen Familienunternehmen. Sie hat in München und Los Angeles Betriebswirtschaftslehre studiert und an der Universität St. Gallen im Fach Wirtschaftswissenschaften promoviert. Einführung Prof. Dr. Klaus Mühlhahn (FU Berlin) Anmeldung unter info@ki-freiburg.de |
FRIAS Freiburger Horizonte: Die Alarmierten. Was Verschwörungstheorien anrichten
In Zusammenarbeit mit dem Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS), dem Carl-Schurz-Haus/Deutsch-Amerikanisches Institut e.V. und der Buchhandlung Rombach
| Mittwoch 13.05.26 19 Uhr s.t. HS 1098 KG I |
Prof. Dr. Michael Butter |
Über das Buch:
Spätestens seit der Coronapandemie sind Verschwörungstheorien ein Signum unserer Zeit. Je komplexer unsere Welt wird, desto mehr Menschen scheinen für ihre erklärenden Sinnangebote empfänglich. Elon Musk, der reichste Mensch der Welt, hat ein ganzes soziales Netzwerk in eine Schleuder für konspirationistische Erzählungen verwandelt. Donald Trump, der mächtigste Mensch der Welt, amtiert als conspiracy theorist in chief im Weißen Haus (Quelle: Suhrkamp Verlag).
Über den Autor:
Michael Butter, Bestsellerautor und einer der renommiertesten Experten für das Thema, präsentiert die Ergebnisse seiner jahrelangen Forschung. So groß die Gefahr auch ist: Eine freie und demokratische Gesellschaft darf sich nicht von der Angst vor Verschwörungstheorien beherrschen lassen und in Alarmismus verfallen. Wie Populismus sind auch sie eine Reaktion auf eine empfundene oder befürchtete Exklusion. Wer sie bekämpfen will, sollte andere nicht einfach als Schwurbler oder Leichtgläubige hinstellen. Vielmehr gilt es, die gesellschaftlichen Ursachen zu bekämpfen. Inklusion und Teilhabe, so Butter, stellen den wirksamsten Schutz gegen Hetze und Unwahrheiten dar (Quelle: Suhrkamp Verlag).
Moderation: Dr. Arndt Michael, ass. jur., Leiter Colloquium politicum, Universität Freiburg
Über die Freiburger Horizonte:
Die FREIBURGER HORIZONTE als Vortragsforum des FREIBURG INSTITUTE FOR ADVANCED STUDIES (FRIAS) befassen sich seit dem Jahr 2015 mit aktuellen und gesellschaftspolitisch relevanten Themen durch Vorträge, Podiumsdiskussionen und Symposien.
Das FRIAS ist das internationale Forschungskolleg der Universität Freiburg. Es lädt herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt zu einem Forschungsaufenthalt nach Freiburg ein und bringt so Expertinnen und Experten unterschiedlichster Disziplinen zusammen. Das Institut will damit kreative Denkansätze und interdisziplinäre Zusammenarbeit verbinden und unterstützen.
Vorträge aus den vergangenen Semestern, die im Rahmen der FREIBURGER HORIZONTE stattfanden, finden Sie in der FRIAS Mediathek unter https://www.frias.uni-freiburg.de/de/mediathek/freiburger-horizonte.
Freiburger Afrikagespräche im Colloquium politicum
In Zusammenarbeit mit dem Africa Centre for Transregional Research (ACT)
| Mittwoch 10.06.26 20 Uhr c.t. HS 1098 KG I |
FREIBURGER AFRIKAGESPRÄCHE - Part 1 |
Abstract
Drawing on research on Africa's international relations, the Women, Peace and Security (WPS) agenda, and Africa-EU relations, I will argue that African agency in the current moment is neither passive adaptation nor simple defi-ance. It is something more complex: a strategic, contested, and often gen-dered negotiation with a multipolar world that still runs on extractive logics. The contribution is organised around three interlocking arguments. First, multipolarity offers African states new leverage, but leverage alone does not constitute agency; genuine agency requires the capacity to set terms, not merely to play actors against one another. Second, the dominant responses to insecurity on the continent – from military coups to securitised partner-ships with external powers – often replicate rather than disrupt the colonial architecture of control, making demilitarisation an urgent pan-African impera-tive. Third, true African agency cannot be built on patriarchal foundations. A feminist pan-Africanism – one that centres solidarity, care, and the knowledge and labour of those long excluded from state-centric politics – is a necessary condition of African sovereignty. Overall, I want to interrogate what it would mean to take Afri-can agency seriously in practice – in regional institutions, policy frameworks and relationships with other actors. I conclude by suggesting that the most transformative political imaginaries emerging on the continent are already there – in feminist movements (Text: Toni Haastrup).
About the speaker
Toni Haastrup is Professor and Chair in Global Politics at the University of Manchester. She holds a PhD in Politics from the University of Edinburgh, and her current research encompasses a wide range of themes, with special interests in Africa’s International Relations and critical feminist approaches to international relations.
FREIBURGER AFRIKAGESPRÄCHE: NEUE PERSPEKTIVEN AUS UND AUF AFRIKA
Die Freiburger Afrikagespräche sind das Vortragsforum des Africa Centre for Transregional Research (ACT) und zielen darauf ab, ein differenziertes Bild afrikanischer Wirklichkeit in die breite Öffentlichkeit, die Stadtgesellschaft Freiburg und darüber hinaus zu vermitteln.
Es werden afrikanische und europäische Experten und Expertinnen aus Politik und Wirtschaft sowie Wissenschaft und Gesellschaft zu ausgewählten Themen und Fragestellungen eingeladen, um in unterschiedlichen Dialogformaten ihre Erkenntnisse der Öffentlichkeit vorzustellen und kontroverse Diskussionsangebote zu machen.
Aktuelle Informationen zu den Freiburger Afrikagesprächen sowie die Aufzeichnung zahlreicher Vorträge, die im Rahmen der Freiburger Afrikagespräche stattgefunden haben, finden Sie unter https://uni-freiburg.de/act/freiburger-afrikagespraeche/.
Freiburger Afrikagespräche - Part II
In Zusammenarbeit mit dem Africa Centre for Transregional Research (ACT)
| Montag 22.06.26 20 Uhr c.t. HS 1199 KG I |
FREIBURGER AFRIKAGESPRÄCHE - Part 2 |
Abstract
Insecurity in the Sahel is driven by climate change, violent extremism, and mass displacement and affects men, boys, women, and girls in distinct yet interconnected ways. What does this mean for tactical and humanitarian in-terventions? While some implications are open to debate, better tailored, gender neutral legal and policy responses are needed. This Freiburg Africa Talk will detail expectations from the continent (Text: A. Yakohene).
About the speaker
Afua Boatemaa Yakohene is a Senior Research Fellow at the Legon Centre for International Affairs and Diplomacy, University of Ghana, Legon. She is also a Co-Convenor of the 13th Interdisciplinary Fellow Group of the Merian Institute for Advanced Studies in Africa (MIASA), University of Ghana, Legon.
FREIBURGER AFRIKAGESPRÄCHE: NEUE PERSPEKTIVEN AUS UND AUF AFRIKA
Die Freiburger Afrikagespräche sind das Vortragsforum des Africa Centre for Transregional Research (ACT) und zielen darauf ab, ein differenziertes Bild afrikanischer Wirklichkeit in die breite Öffentlichkeit, die Stadtgesellschaft Freiburg und darüber hinaus zu vermitteln.
Es werden afrikanische und europäische Experten und Expertinnen aus Politik und Wirtschaft sowie Wissenschaft und Gesellschaft zu ausgewählten Themen und Fragestellungen eingeladen, um in unterschiedlichen Dialogformaten ihre Erkenntnisse der Öffentlichkeit vorzustellen und kontroverse Diskussionsangebote zu machen.
Aktuelle Informationen zu den Freiburger Afrikagesprächen sowie die Aufzeichnung zahlreicher Vorträge, die im Rahmen der Freiburger Afrikagespräche stattgefunden haben, finden Sie unter https://uni-freiburg.de/act/freiburger-afrikagespraeche/.
Deutschland gegen Ecuador: Fußball. Fakten. Fiesta.
In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für Politische Bildung Freiburg und der Buchhandlung Rombach
|
Donnerstag |
PUBLIC VIEWING UND LANDESEINFÜHRUNG |
Über die Veranstaltung: Deutschland gegen Ecuador – das heißt: Tempo, Technik. Tore. Auf dem Platz geht’s um Ballbesitz und Chancenverwertung. Aber was geht eigentlich politisch in Ecuador? Und was verbindet beide Länder?
„Ecuadors Wirtschaft hängt stark vom Export weniger Rohstoffe ab – darunter Öl, Bananen, Garnelen, Kakao und Rosen. In den letzten Jahren erlebte das Land einen drastischen Anstieg der organisierten Drogenkriminalität, den Zusammenbruch des Stromnetzes infolge einer Dürre und wachsende außenpolitische Herausforderungen. Doch diese Entwicklungen sind keine rein rationale Angelegenheit. Welche Rolle spielen Deutschland und Europa in diesen Prozessen? Wie sieht die deutsch-ecuadorianische Zusammenarbeit aus – und wo liegen ihre Potenziale? (Text: Fabricio Rodríguez)
Unser Experte, Dr. Fabricio Rodríguez, forscht zu Lateinamerika, globalen Machtverhältnissen und Entwicklungsfragen und bringt uns Ecuador vor und nach dem Public Viewing des Spiels politisch so nah, dass ihr nicht im „Ab-seits“ steht, sondern auch mit politischem Hintergrundwissen glänzen könnt.
Keine Vorlesung, versprochen – eher: Warm-up für die politische Bildung. Ob Hardcore-Fan, Gelegenheitsgucker oder politisch neugierig – kommt vorbei, bringt Freunde und Freundinnen mit und lasst uns gemeinsam Fußball feiern. Egal ob du nur wegen des Spiels kommst oder auch deinen politischen Hori-zont erweitern willst, bei uns bist du richtig! (Text: LpB Freiburg)
Moderation
- Melissa Bernhardt und Miriam Krafft (LpB Freiburg).
Die Teilnahme ist kostenlos.
Wissenschaft zwischen Schutzbedürftigkeit und gesellschaftspolitischer Verantwortung
In Zusammenarbeit mit dem Büro für Chancengleichheit und dem Uniseum der Uni Freiburg
|
Dienstag |
Podiumsdiskussion |
Über die Veranstaltung: Wissenschaft ist frei – und zugleich eingebunden. Sie lebt von der Unabhängigkeit des Denkens, methodischer Strenge und kritischer Distanz, ist aber Teil gesellschaftlicher Wirklichkeiten, politischer Ordnungen und institutioneller Rahmenbedingungen. Diese doppelte Verortung wird gegenwärtig neu herausgefordert. Weltweit – nicht nur in den USA – geraten wissenschaftliche Institutionen unter Druck; ihre Autonomie, Finanzierung und Organisation werden politisch neu justiert. Globale Unsicherheiten zeigen die enge Ver-knüpfung von Wissenschaft, Gesellschaft und internationaler Verantwortung. Wo die Freiheit von Forschung und Lehre geschwächt wird, stehen nicht nur Universitäten zur Disposition, sondern die Wissenschaft als Institution und grundlegende Prinzipien demokratischer Gesellschaften.
Die aktuelle Situation ist Anlass zur Sorge – und Moment der Selbstvergewisserung: Wie frei kann und muss Wissenschaft sein? Wie verhält sie sich zu politischen Erwartungen und strategischen Steuerungsansprüchen? Welche Verantwortung tragen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gegenüber Gesellschaft und Demokratie? Und wie können wissenschaftliche Institutionen ihre Freiheit sichern, ohne sich ihrer gesellschaftspolitischen Mitverantwortung zu entziehen?
Die Podiumsdiskussion bildet den Abschluss einer vierteiligen Reihe zum Thema „Wissenschaft in gesellschaftspolitischer Verantwortung“.
Auf dem Podium
- Prof. Dr. Sylvia Paletschek (Prorektorin für Universitätskultur; Professorin für Geschichte der 19. und 20. Jahrhunderts, Historisches Seminar, Uni Freiburg)
- Prof. Dr. Thomas Stieglitz (Institut für Mikrosystemtechnik – IMTEK; Professur für Biomedizinische Mikrotechnik, Uni Freiburg)
- Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Andreas Voßkuhle (Präsident a.D. Bundes-verfassungsgericht; Institut für Staatswissenschaft & Rechtsphilosophie, Abteilung 1 Staatswissenschaft, Uni Freiburg)
- Prof. Dr. Frieder Vogelmann (Professor für Epistemology & Theory of Science am University College Freiburg und der Philosophischen Fakultät, Uni Freiburg)
Moderation
- Dr. Arndt Michael, ass. jur. (Leiter Colloquium politicum, Universität Freiburg)
Wenn Gesellschaften altern: Wie gut ist die Jugend noch vertreten?
In Zusammenarbeit mit der Professur für Vergleichende Regierungslehre
|
Montag 06.07.26 |
Wenn Gesellschaften altern: Wie gut ist die Jugend noch vertreten? |
Über die Veranstaltung: Basierend auf dem von ihr herausgegebenen Sammelband „Youth Political Representation – A Global Perspective on Young Adults’ Presence in Political Institutions“ (Palgrave Macmillan 2026), spricht Kira Renée Kurz (Universität Freiburg/Universität Greifswald) über die politische Vertretung junger Menschen in alternden Gesellschaften.
Welche demokratischen Risiken birgt der demographische Wandel? Welche Faktoren beeinflussen, wie gut junge Menschen politisch repräsentiert werden und wo steht Deutschland im internationalen Vergleich?
Feminismus in China. Zwischen Enttäuschung
und Hoffnung
In Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut an der Universität Freiburg
| Mittwoch 22.07.26 18.30 Uhr Max-Kade- Auditorium I |
QI Chen |
Über den Vortrag: Die meisten jungen Frauen (geboren nach den 1990er-Jahen) im heutigen China gehören zur Generation der „Einzelkinder“ - der Generation der „One Child Policy“. Sie sind in einem reicheren und stärkeren China geboren und ihre Eltern haben viele Ressourcen in sie investiert. Hochgebildet, unabhängig und geliebt, werden sie jedoch nicht gleich respektiert und erhalten nicht die gleichen Chancen wie Männer. Seit den 2010er-Jahren haben einige Feministinnen begonnen, gegen patriarchale Strukturen zu rebellieren. Seitdem hat sich eine feministische Kultur“ entwickelt und die feministische Bewegung ist heute eine der größten gesellschaftlichen Bewegungen in China.
Über die Referentin: QI Chen promoviert am Institut für Sinologie an der Universität Freiburg. Ihren Masterabschluss erwarb sie am Institut für Sprachwissenschaft an der Universität Peking. Seit 2020 beschäftigt sie sich mit den Lebensrealitäten von Frauen in China und ührte während der Covid-19-Pandemie ihre Feldforschung durch. Ihre Dissertation befasst sich mit dem Basisfeminismus im gegenwärtigen China.
