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Einzelveranstaltungen

 

Einzel_Sebastian Bender

 

Prof. Dr. Tim Epkenhans
(Professur für Islamwissenschaft, Schwerpunkt Mittelasien, Orientalisches Seminar, Freiburg)
Zwischen Idealismus, Populismus und Pragmatismus:
40 Jahre „Islamische" Revolution im Iran

 

In Zusammenarbeit mit dem Center for Transcultural Asian Studies (CETRAS) und der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg

 

Montag / 29.04.19 / 20 Uhr c.t. / HS 1199, KG I

 

Die Revolution 1979 im Iran gehört zu den bedeutenden Umbrüchen des 20. Jahrhunderts mit langfristigen globalgeschichtlichen Auswirkungen. Neben den Ursachen der Revolution diskutiert der Vortrag „Zwischen Idealisierung, Populismus und Pragmatismus: 40 Jahre islamische Revolution im Iran" die Transformation des Iran nach 1979.

 

Zum Referenten:
Prof. Dr. Tim Epkenhans ist Professor für Islamwissenschaft mit Schwerpunkt Mittelasien an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Zu seinen For-schungsschwerpunkten gehört die Geschichte des Irans im 19. und 20. Jahrhundert, Islam, politische Transformation und regionale Identitäten im sowjetischen und post-sowjetischen Zentralasien, Islamische Eliten im postsowjetischen Tadschikistan und der tadschikische Bürgerkrieg (1992-97). Er ist u.a. Autor der Bücher „The Origins of the Civil War in Tajikistan. Nationalism, Islamism, and Violent Conflict in Post-Soviet Space (Lanham u.a.: Lexington Books, 2016) und "Moral und Disziplin. Seyyed Hasan Taqīzāde und die Konstruktion eines „progressiven Selbst" in der frühen iranischen Moderne" (Berlin: Klaus Schwarz Verlag, 2005).

Podiumsdiskussion
Nachhaltige Entwicklung, Menschenrechte, Klimaschutz, Frieden Ist die Agenda 2030 der Vereinten Nationen zu ambitioniert?

 

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V (DGVN) und der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg

 

Donnerstag / 09.05.19 / 20 Uhr c.t. / HS 1199, KG I

 

Die im Jahr 2015 von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen beschlossenen 17 „Nachhaltigen Entwicklungsziele" (Sustainable Development Goals, SDG) fordern von allen UN-Mitgliedsländern für den Zeitraum bis 2030 erhebliche Anstrengungen, u.a. bei der weltweiten Beseitigung von Armut und Hunger, beim Aufbau einer widerstandsfähigen Infrastruktur, beim Erhalt der Artenvielfalt und beim Klimaschutz.
Doch ist überhaupt leistbar, was diese „Agenda 2030", der in der Geschichte der Vereinten Nationen bisher ehrgeizigste Aktionsplan, in so verschiedenen Handlungsfeldern gleichzeitig fordert? Sind die 17 Nachhaltigkeitsziele, ihrerseits ausdifferenziert in 169 Einzelziele, eigentlich frei von inneren Widersprüchen? Sind die von den Vereinten Nationen vorgegebenen Ziele am Ende gar zu ambitioniert?
Welche Herausforderungen ergeben sich für einzelne Staaten, für Deutschland, für die Europäische Union? Und schließlich: Was kann und muss getan werden, um unsere natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft und nachhaltig zu bewahren?

 

Begrüßung und Einführung:

  • Dr. Arndt Michael, ass. iur., Politikwissenschaftler, Programmkoordinator Colloquium politicum

 

Auf dem Podium:

  • Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker, MdB (1998-2005), Ko-Präsident Club of Rome (2012-2018)
  • Hans-Christof Graf von Sponeck, UN-Diplomat (1968-2000)
  • Elise Zerrath, UN-Nachhaltigkeitsexpertin

 

Moderation:

  • Dr. Ekkehard Griep, Stellvertretender Bundesvorsitzernder Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN)

 

Juri Durkot
(Journalist, L'viv/Lemberg) &
Dr. h.c. Gernot Erler
(Staatsminister a.D., Freiburg)
Stagnation oder Aufbruch? Die Zukunft der Ukraine nach den Wahlen

 

In Zusammenarbeit mit der West-Ost-Gesellschaft Südbaden e.V. und der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg

 

Mittwoch / 22.05.19 / 18 Uhr c.t. / HS 1010, KG I

 

Am 31. März wählt die Ukraine ihren Präsidenten. Das Rennen bleibt bis zum letzten Moment offen. Eine Überraschung wird nicht ausgeschlossen. Aber alle sprechen von einer Richtungsentscheidung. Wohin wird sich die Ukraine entwickeln, wo seit fünf Jahren gekämpft wird, mit weit über 10.000 Todesopfern bisher? Welche Chancen haben die Friedensbemühungen? Kann man sieben Wochen nach der Wahl schon sagen, wohin sich das Land entwickeln wird? Das Spektrum der Möglichkeiten ist breit: Es reicht von der Stagnation bis zum Aufbruch.
Der bekannte Journalist und Übersetzer Juri Durkot aus Freiburgs Partnerstadt Lemberg wird die ukrainische Sicht darstellen. Gernot Erler, Staats-minister a.D., wird dem die deutsche Sichtweise gegenüberstellen, bevor es zur Diskussion zwischen den Referenten mit den TeilnehmerInnen an der Veranstaltung kommt.

Zu den Referenten:

  • Juri Durkot ist freier Journalist, Publizist und Übersetzer aus L'viv/Lemberg. Er studierte Germanistik in Lemberg und Wien. Er publiziert in der deutschsprachigen Presse und verfasst politische Analysen für die Fachmedien. Er liefert Kommentare im Rundfunk in Deutschland und in der Schweiz. Seit 2007 übersetzt er gemeinsam mit Sabine Stöhr das Romanwerk des ukrainischen Autors Serhij Zhadan. Beide erhielten 2018 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung.
  • Dr. h.c. Gernot Erler, Staatsminister a.D., MdB (SPD) für Freiburg 1987-2017, langjähriger Beauftragter der Bundesregierung für die zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland, Zentrala-sien und die Länder der Östlichen Partnerschaft (dazugehörig: die Ukraine)

 

Prof. Dr. Ulrich Eith
(Direktor Studienhaus Wiesneck, Seminar für Wissenschaftliche Politik, Geschäftsführer Arbeitsgruppe Wahlen Freiburg)
Kippt die offene Gesellschaft? Populismus in Zeiten von Verunsicherung

 

In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg

 

Mittwoch / 22.05.19 / 20 Uhr c.t. / HS 1098, KG I

 

Demokratien sind labile, häufig mühsame und überdies höchst störanfällige politische Herrschaftssysteme. Aber nur durch Rechtsstaatlichkeit und Pluralismus lässt sich die Staatsmacht begrenzen und die individuelle Freiheit auf Dauer sichern. Und genau dies steht in Gefahr angesichts der derzeitigen Erfolge rechtspopulistischer Parteien in vielen Ländern Europas.
Rechtspopulisten teilen die Menschen in zwei Gruppen: Wir und die Anderen. Dieses Denken und Argumentieren entlang nationaler, ethnischer oder auch kultureller Zugehörigkeit verbindet sich mit ausgeprägten Anti-Establishment-Einstellung und verschwörungstheoretischen Unterstellungen. Eine politische Orientierung an Gruppenzugehörigkeiten und nationaler Identität steht nun aber in Konflikt mit den Grundpfeilern der pluralistisch-liberalen Demokratie, der Garantie individueller Freiheitsrechte und der Akzeptanz ganz unter-schiedlicher Lebensentwürfe.
Die derzeitige Attraktivität des alten Stammesdenkens ist unübersehbar. Sind rechtspopulistische Weltbilder möglicherweise eine Antwort auf die immer komplexer werdende, teils bedrohlich empfundene Umwelt, auf das bei manchen Menschen verbreitete Gefühl, die Dinge nicht mehr so klar wie früher im Griff zu haben? Wie weit reichen entsprechende Vorstellungen in die Mitte der Gesellschaft, wie vertragen sie sich mit den demokratischen Grundrech-ten und welche Gegenstrategien scheinen geeignet?
Der Vortrag untersucht die inzwischen erkennbaren Veränderungen des poli-tischen Prozesses und diskutiert mögliche Konsequenzen.

 

Zum Referenten:

Ulrich Eith ist Direktor des Studienhauses Wiesneck, Professor am Seminar für Wissenschaftliche Politik der Universität Freiburg und Geschäftsführer der Arbeitsgruppe Wahlen Freiburg. Er ist u.a. Fachgutachter für Fachzeitschriften und politische Stiftungen, wissenschaftlicher Kommentator in Printmedien, Rundfunk und Fernsehen und Politikberater für Parteien, Fraktionen, Regierungen und Verwaltungen.

 

Podiumsdiskussion
Europawahl Spezial: Europa hat gewählt
Analysen, Ansichten, Argumente

 

In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg, dem Centre Culturel Français Freiburg und dem Frankreichzentrum

 

Montag / 27.05.19 / 10 Uhr s.t./ Centre Culturel Français Freiburg 7 Münsterplatz 11,  Im Kornhaus

 

Die Wahlen in den europäischen Mitgliedstaaten sind vorbei, nun wird bilanziert: Wer hat warum gewonnen und welchen Wählergruppen sind Sieg oder Niederlage zu verdanken? Wie wird das Europäische Parlament zusammengesetzt sein?
Dr. Isabelle Guinaudeau und Dr. Marcus Obrecht analysieren den Wahlausgang in deutsch-französischer Perspektive und diskutieren zusammen mit dem Publikum mögliche politische Szenarien, die Europa in den kommenden Jahren prägen werden.

Auf dem Podium:

  • Dr. Isabelle Guinaudeau, CNRS – Centre Emile Durkheim, Sciences Po Bordeaux, derzeit Stipendiatin der Humboldt-Stiftung an der Uni-versität Stuttgart
  • Dr. Marcus Obrecht, Seminar für Wissenschaftliche Politik, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

 

Der Vortrag ist Teil der Reihe „Europa- und Kommunalwahlen 2019".

 

Spotlight Southeast Asia
S.E. Arif Havas Oegroseno
(Indonesischer Botschafter in Deutschland)
Indonesia's Evironmental Challenges: Policy Response - Climate and Energy Management

 

In Zusammenarbeit mit dem Center for Transcultural Asian Studies (CETRAS) und der Professur für Internationale Politik

 

Montag / 27.05.19 / 20 Uhr c.t. / HS 1199, KG I

 

Mit der regelmäßig durchgeführten Vortragsreihe SPOTLIGHT SOUTHEAST ASIA widmet sich das COLLOQUIUM POLITICUM einer der wirtschaftlich dynamischs-ten und geostrategisch bedeutsamsten Regionen der Welt. Unter anderem sprachen in der Reihe Anita Prakash (Institute for ASEAN and East Asia (E-RIA)) zu „Political Realism and Economic Outlook in ASEAN and East Asia", Jürgen Rüland (Professur für Internationale Politik, Universität Freiburg) zur Frage „Wem gehört das Südchinesische Meer? Zur Militarisierung des asiatisch-pazifischen Raums", die Menschenrechtsaktivistin Yuyun Wahyunin-grum zu „Human Rights Norms and Institutionalisation in ASEAN", Narayanan Ganesan (Hiroshima Peace Institute) über „Der Friedensprozess in Myanmar", Jhy-Wey Shie (Repräsentant Taiwans in Deutschland) zu „Taiwan und seine südostasiatischen Nachbarn – Innenperspektiven und Analysen", Isra Sunthornvut (Secretary-General of ASEAN Interparliamentary Assembly; former Member of the House of Representatives of National Assembly of Thailand) zu "Towards an ASEAN Community - Challenges and Prospects" und Mikko Huotari (Stellvertretender Direktor des Mercator Institute for China Studies (MERICS) zu "Chinas Finanzmacht und Südostasien: Ordnungsfaktor oder neue Abhängigkeit?"
Im Sommersemester 2019 wird der indonesische Botschafter in Deutschland, S. E. Arif Havas Oegroseno, einen Vortrag halten. Oegroseno ist seit 08.05.2018 Botschafter der Republik Indonesien in Deutschland. Er studierte Rechtswissenschaften. Zu seinen wichtigsten beruflichen Stationen gehören Genf, Lissabon, Brüssel. In einem Beitrag im Handelsblatt vom 07.01.2019 schrieb Oegroseno:
„Deutschland und Indonesien [haben] einiges gemein: Beide Länder sind große Demokratien, denen in ihren Regionen eine strategische Bedeutung zukommt. Nicht umsonst wird ihnen besondere Verantwortung für das Geschehen in der eigenen Nachbarschaft zugeschrieben."
Der Vortrag, der in englischer Sprache gehalten wird, wird sich mit dem Verhältnis Deutschlands und Indonesiens auseinandersetzen und richtet sich an alle Interessierten.

Einführung und Moderation:

  • Prof. Dr. Jürgen Rüland, Professur für Internationale Politik, Seminar für Wissenschaftliche Politik

 

Prof. Dr. Andreas Maurer
(Inhaber Jean-Monnet-Lehrstuhl für EU-Integration, Innsbruck)
Macht und Verantwortung des Europäischen Parlaments: Handlungsanreize, Chancen und Risiken der Neunten Legislaturperiode

 

In Zusammenarbeit mit der Professur für Governance in Mehrebenensystemen, der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg und dem Carl-Schurz-Haus/Deutsch-Amerikanisches Institut

 

Dienstag / 28.05.19 / 20 Uhr c.t. / HS 1199, KG I

 

Andreas Maurer geht in seinem Vortrag der Frage nach, mit welchen Heraus-forderungen das im Mai 2019 erneut direkt gewählte Europäische Parlament konfrontiert werden wird. Ausgehend von der Annahme, dass sich aufgrund des BREXIT und der anhaltenden Stärke rechtsextremistischer und europa-skeptischer Parteien in diesem Parlament erstmals seit Einführung der Direktwahl keine Großkoalition aus Christdemokraten (EVP) und Sozialdemokraten (S&D) bilden lässt, beleuchtet Maurer mögliche Konstellationen der Parlamentsarbeit in dessen inneren Gefüge, gegenüber den anderen EU-Organen und Mitgliedstaaten sowie der europäischen BürgerInnenschaft.

Zum Referenten:
Prof. Dr. Andreas Maurer, geb. 1965 in Koblenz, arbeitet als Professor, Inhaber des Jean-Monnet-Lehrstuhls für EU-Integration und Leiter des Innsbruck Center for European Research (www.icer.at) am Institut für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck. Maurer hat in Frankfurt am Main, Paris und am Europa-Kolleg Brügge Politikwissenschaft, Europa- und Völkerrecht, Sozialpsychologie und Soziologie studiert und an der Universität Giessen bei Reimund Seidelmann promoviert. Er forscht zu Rolle und Funktionen des Europäischen Parlaments, zu Theorie und Konzeption des europäischen Mehrebenenparlamentarismus, zur internationalen Handelspolitik und der institutionellen Entwicklung der EU. Maurer hat zuvor am Institut für Europäische Politik (Bonn), der Universität zu Köln, als Leiter der Europaabteilung des Deutschen Instituts für Internationale Politik und Sicherheit und als Vertragsbediensteter im Generalsekretariat des Europäischen Parlaments gear-beitet. 2002 erhielt er den Wissenschaftspreis des Deutschen Bundestages und 2007 den Medienpreis des Vereins der Auslandspresse in Deutschland. Weitere Informationen unter https://www.uibk.ac.at/politikwissenschaft/andreas-maurer/index.html.en.

Der Vortrag ist Teil der Reihe „Europa- und Kommunalwahlen 2019".

 

Vortrag entfällt: Dr. Arndt Michael, ass. iur.
(Politikwissenschaftler, Dozent, Lehrbeauftragter am Seminar für Wissenschaftliche Politik, Freiburg)
Indien nach den Parlamentswahlen:
Innenpolitische Entwicklungen und außenpolitische Herausforderungen

 

In Zusammenarbeit mit der Professur für Internationale Politik und der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg

 

Mittwoch / 05.06.2019 / 20 Uhr c.t. / HS 1098, KG I

 

Am 23. Mai 2019 wird feststehen, wer die größte Demokratie der Welt für die nächsten fünf Jahre regieren wird. Der Vortrag wird zunächst Bilanz der fünfjährigen Regierungszeit der Bharatiya Janata Party (BJP) unter Premierminister Narendra Modi ziehen und dann die Ergebnisse der Lok Sabha-Wahlen (indisches Unterhaus) analysieren. Im Fokus des Vortrags stehen ebenfalls die außenpolitischen Herausforderungen, denen sich Indien ausgesetzt sieht.

 

Zum Referenten:

  • Dr. Arndt Michael ist Politikwissenschaftler und Lehrbeauftragter am Seminar für Wissenschaftliche Politik. Zu seinen Forschungsschwer-punkten zählen die indische Innen- und Außenpolitik, regionale Kooperation in Südasien und Theorien der internationalen Beziehungen. Für sein Buch „India's Foreign Policy and Regional Multilateralism" erhielt er u.a. den Gisela-Bonn Preis der Deutsch-Indischen-Gesellschaft und den Arnold-Bergstraesser-Preis für Politikwissen-schaft. Seit 2008 ist er Programmkoordinator des Colloquium politicum, seit 2017 Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Deutsch-Indischen-Gesellschaft e.V.

 

Freiburger Afrikagespräche
Heidemarie Wieczorek-Zeul
(Bundesministerin a.D.)
Europa und Afrika: Ein Friedensprojekt auf Grundlage gemeinsamer Interessen und Werte

 

In Zusammenarbeit mit dem Arnold-Bergstraesser-Institut

 

Donnerstag / 06.06.19 / 18 Uhr c.t. /Aula, KG I

 

Unter dem Vorsitz von Altkanzler Willy Brandt legte die Nord-Süd-Kommission am 12. Februar 1980 Kurt Waldheim, dem damaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen, eine Studie mit dem Namen „Das Überleben sichern. Gemeinsame Interessen der Industrie- und Entwicklungsländer" (North-South: A Program for Survival) vor. Dieser Nord-Süd-Bericht (auch: Brandt-Report) forderte unter anderem eine bessere Integration der Länder des Südens in die Weltwirtschaft und ermahnte die Industrienationen, Entwicklungsländer besser zu fördern.
Fast 40 Jahre nach dem Report hat dieser nichts an Aktualität verloren, wobei die Nord-Süd-Beziehungen nun an einem Wendepunkt stehen. Neue weltpolitische Akteure haben die Bühne betreten, neue globale Herausforderungen (etwa in der Klimapolitik) sind aufgetreten, aber auch neue Lösungswege werden deutlich. Entwicklungspolitisch sind die „Sustainable Development Goals" (SDG, siehe hierzu auch die Podiumsdiskussion am 09.05.) in den Vordergrund gerückt und bilden eine gute Grundlage gemeinsamer werteorientierter Politik – nicht nur zwischen Staatenlenkern, sondern auch afrikanischer und europäischer Bürgerinnen und Bürger. Die Gewährleistung umfassender Frauenrechte, die Bekämpfung von Epidemien, aber auch Aussöhnungsprozesse sollten deutlich stärker als bisher die gemeinsame Agenda zwischen Afrika und Europa bestimmen. Der Vortrag, der im Rahmen der FREIBURGER AFRIKAGESPRÄCHE stattfindet, wird sich mit diesen Fragen intensiv auseinandersetzen.

 

Zur Referentin:

  • Heidemarie Wieczorek-Zeul war von 1998 bis 2009 Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

 

Begrüßung:

  •  Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Universität Freiburg

Einführung und Moderation:

  • Prof. Dr. Andreas Mehler, Direktor Arnold-Bergstraesser-Institut

 

FREIBURGER HORIZONTE: Prof. em. Dr. Klaus Mainzer
(Technische Universität München ; 2012 bis 2014 Grün-dungsdirektor Munich Center for Technology in Society)
Künstliche Intelligenz – Wann übernehmen die Maschinen?

 

In Zusammenarbeit mit dem Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS)

 

Montag / 24.06.19 / 20 Uhr c.t. /  HS 1199, KG I 

 

Die FREIBURGER HORIZONTE als Vortragsforum des Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) befassen sich seit dem Jahr 2015 insbesondere mit aktuellen und gesellschaftspolitisch relevanten Themen durch Vorträge, Podiumsdiskussionen und Symposien. Das FRIAS ist das internationale Forschungskolleg der Universität. Es lädt herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt zu einem Forschungsaufenthalt nach Freiburg ein. Das Institut bringt so Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen zusammen und will damit kreative Denkansätze und interdisziplinäre Zusammenarbeit verbinden und unterstützen. Vorträge aus den vergangenen Semestern, die im Rahmen der der FREIBURGER HORIZONTE stattfanden, finden Sie in der FRIAS Mediathek unter https://www.frias.uni-freiburg.de/de/mediathek/podcasts/freiburger-horizonte. Im Sommersemester 2019 werden am 24. Juni Klaus Mainzer zum Thema „Künstliche Intelligenz" und am 04. Juli Ottmar Ette zum Thema „Alexander von Humboldt" in den FREIBURGER HORIZONTEN referieren.

 

Der Vortrag beruht auf dem gleichnamigen, im Verlag Springer erschienenen Buch:


Jeder kennt sie. Smartphones, die mit uns sprechen, Armbanduhren, die unsere Gesundheitsdaten aufzeichnen, Arbeitsabläufe, die sich automatisch organisieren, Autos, Flugzeuge und Drohnen, die sich selber steuern, Verkehrs- und Energiesysteme mit autonomer Logis-tik oder Roboter, die ferne Planeten erkunden, sind technische Bei-spiele einer vernetzten Welt intelligenter Systeme. Sie zeigen uns, dass unser Alltag bereits von KI-Funktionen bestimmt ist. Auch biologische Organismen sind Beispiele von intelligenten Systemen, die in der Evolution entstanden und mehr oder weniger selbstständig Probleme effizient lösen können. Gelegentlich ist die Natur Vorbild für technische Entwicklungen. Häufig finden Informatik und Ingenieurwissenschaften jedoch Lösungen, die sogar besser und effizienter sind als in der Natur. Seit ihrer Entstehung ist die KI-Forschung mit großen Visionen über die Zukunft der Menschheit verbunden. Löst die „künstliche Intelligenz" also den Menschen ab? Dieses Buch ist ein Plädoyer für Technikgestaltung: KI muss sich als Dienstleistung in der Gesellschaft bewähren. (Text: Klaus Mainzer/Springer).

Zum Referenten:
Klaus Mainzer studierte Mathematik, Physik und Philosophie an der Universität Münster, wo er in Philosophie auch promovierte (1973) und habilitierte. Vor seiner Berufung auf den Lehrstuhl für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der TUM und seiner Tätigkeit als Direktor der Carl von Linde-Akademie im Jahr 2008 arbeitete er als Professor (1981-1988) und Prorektor (1985-1988) an der Universität Konstanz sowie als Professor und Gründungsdirektor des Instituts für interdisziplinäre Informatik (1988-2008) an der Universität Augsburg. Er ist Mitglied in zahlreichen (inter-)nationalen Gremien und Akademien. Von 2012 bis 2014 hat er als Gründungsdirektor das Munich Center for Technology in Society (MCTS) aufgebaut.

 

Vortrag entfällt: Prof. Dr. Mario Telò
(Jean Monnet Chair ad personam; Member of the Royal Academies for Science and the Arts of Belgium)
EU external relations within an unpredictable world: internal and external challenges for a civilian power.

 

 

In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg und dem Carl-Schurz-Haus/Deutsch-Amerikanisches-Institut e.V.

Mittwoch / 26.06.19 / 20 Uhr c.t. / HS 1098, KG I

 

Which are the power resources, the institutional set and the strategy of the EU external relations? Against conventional wisdom, the lecture will show, firstly, to what extent the EU actually is a global power, acting through civilian tools and interregional arrangements. Secondly, the focus will be on the current internal and external challenges which are threatening its strategic autonomy.

About the presenter:
Mario Telò is an Italian political scientist and researcher who focuses on European studies, political theory and international relations. Telò has been a researcher and professor in many European, Asian and American universities. Since 1995, Telò has been the "J.Monnet Chair ad personam", and, since 2006, a member of the Royal Academies for Science and the Arts of Belgium. Telò is the author or editor of 29 books and more than 100 scientific articles and is part of the international debate about the European Union.

Der Vortrag ist Teil der Reihe „Europa- und Kommunalwahlen 2019".

 

Frank Richter
(ehemaliger Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, Sachsen; Meißen)
Hört endlich zu! Weil Demokratie Auseinandersetzung bedeutet

 

In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg

 

Donnerstag / 27.06.19 / 18 - 20 Uhr / LpB Freiburg, Bertoldstraße 55

 

Frank Richter ist ein deutscher Theologe und Politiker, der als Bürgerrechtler während der friedlichen Revolution in der DDR 1989/1990 durch seine Schlichtungsarbeit dazu beitrug, dass der Wandel ohne Blutvergießen verlief. Als langjähriger Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen setzte er sich früh für Gespräche mit Unterstützern der Bewegungen wie PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) ein und diente dabei oft als Vermittler. In seinem Buch „Hört endlich zu! Weil Demokratie Auseinandersetzung bedeutet" beschreibt Frank Richter seine Erfahrungen im Dialog mit den sogenannten „Wutbürgern", zeigt, worauf es ankommt und erklärt, warum die Rechten in den „neuen Bundesländern" im-mer stärker heranwachsen. Seiner Ansicht nach kann nur Kommunikation die „Spirale der Eskalation" stoppen. Mit seinem Buch will er die Menschen in Ost- und Westdeutschland dazu ermutigen, Konflikte auszutragen und offen für Gespräche zu bleiben, auch wenn es dabei Grenzen gibt. In dem im März 2019 erschienenen Buch „Gehört Sachsen noch zu Deutschland? Meine Erfahrungen in einer fragilen Demokratie" beschreibt Frank Richter, warum er die Rolle als Vermittler aufgegeben hat. In diesem Vortrag fasst er die wich-tigsten Erfahrungen und Thesen zu seiner Vermittlungsarbeit zusammen und diskutiert sie mit dem Publikum.

Einführung:

  • Prof. Dr. Michael Wehner, Landeszentrale für politische Bildung Frei-burg

 

Moderation:

  • Franz-Albert Heimer, Geschäftsführer, Treffpunkt Freiburg

 

Vortrag entfällt: Freiburger Afrikagespräche
Prof. Dr. Reinhart Kößler
(ehemaliger Direktor, Arnold-Bergstraesser-Institut, Freiburg)
Bibel und Reitpeitsche. Erfahrungen bei der Rückgabe geraubter Gegenstände nach Namibia

 

In Zusammenarbeit mit dem Arnold-Bergstraesser-Institut

 

Mittwoch / 03.07.19 / 20 Uhr c.t. / HS 1098, KG I

 

Das scheinbar so einfache Prinzip, dass auf unrechte Art Erworbenes zurückgegeben werden muss, ist erst neuerdings dabei, in die Praxis deutscher Museen einzutreten. Die Rückgabe der Bibel und Reitpeitsche von Hendrik Witbooi, Nationalheld Namibias, aus dem Linden-Museum in Stuttgart im Februar diesen Jahres war dabei eine Pionierleistung. Im Vortrag wird von diesem Vorgang berichtet. Dabei geht es auch um die Widersprüche, auf die das Unternehmen in Namibia stieß.

Zum Referenten:
Reinhart Kößler ist ein Entwicklungssoziologe und -theoretiker mit den regionalen Schwerpunkten Südliches Afrika und Osteuropa. Er studierte von 1967 bis 1972 Soziologie, Geschichte, insbesondere Osteuropäische Geschichte und Ethnologie an der Universität Heidelberg. Von 1972 bis 1973 studierte er Sinologie an der University of Leeds. Er wurde 1978 am Institut für Soziologie an der Universität Münster mit der Dissertation „Dritte Internationale und Bauernrevolution. Die Herausbildung des sowjetischen Marxismus in der Debatte um die asiatische Produktionsweise" promoviert. Dort habilitierte er sich 1987 in Soziologie mit einer Arbeit zur „Arbeitskultur im Industrialisierungsprozeß. Studien an englischen und sowjetrussischen Paradigmata". Seit 2012 war er außerplanmäßiger Professor am Seminar für Wissenschaftliche Politik der Universität Freiburg, von 2013 bis zu seiner Pensionierung 2015 war er Direktor des Arnold-Bergstraesser-Instituts für kulturwissenschaftliche Forschung in Freiburg. Kößler ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac.

 

FREIBURGER HORIZONTE: Prof. Dr. Ottmar Ette
(Lehrstuhlinhaber für Romanische Literaturwissenschaft, Universität Potsdam)
Alexander von Humboldts Listen. Die Humboldtsche Wissenschaft und ihre Ordnungen

 

In Zusammenarbeit mit dem Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS)

 

Donnerstag /  04.07.19 / 19 Uhr s.t. / Aula, KG I

 

Alexander von Humboldt (1769-859) pflegte in seiner Wissenschaft ein komplexes, auf Wechselwirkung beruhendes Verhältnis von Natur und Kultur sowie eine sehr entspannte Relation zur Auflistung und Anordnung der von ihm behandelten Gegenstände. Für Humboldt zählte nicht das Systematische, sondern das Empirische in einem Zusammendenken zu einer Einheit in ihrer Vielverbundenheit. „Alles ist Wechselwirkung", so sein Grundaxiom, auf das er in seinen Amerikanischen Reisetagebüchern erstmals kam. Bereits mit der Pasigraphie hatte sich ihm in frühen Jahren die Möglichkeit geboten, bei seinem Publikum einen „Totaleindruck" zu erzeugen und zugleich ein Verständnis für das Zusammenspiel höchst unterschiedlicher Faktoren zu erwecken. Dieses Denken in immer neuen, vielfältigen Zusammenhängen macht die transdisziplinäre Humboldtsche Wissenschaft aus. Der Vortrag geht den Wegen und Wirkungen der Humboldtschen Versuche nach, ein Zusammendenken von Natur und Kultur buchstäblich und modellhaft vor Augen zu füh-ren – und er untersucht Alexander von Humboldts Listen, eine vielgestaltige und polylogische Einheit aller Erscheinungen zu denken.

Zum Referenten:
Ottmar Ette ist Leiter des BMBF-Forschungsprojektes zu Alexander von Humboldt „Amerikanische Reisetagebücher: Genealogie, Chronologie und Epistemologie" (2014-2017) sowie seit 2015 Leiter des Langzeitprojekts „Alexander von Humboldt auf Reisen - Wissenschaft aus der Bewegung" der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Seine Tätigkeit als Herausgeber umfasst die Buchreihe mimesis - Romanische Literaturen der Welt, POINTE – Potsdamer Inter- und Transkulturelle Texte, als Begründer und Mitherausgeber die viersprachige elektronische Zeitschrift HiN - Alexander von Humboldt im Netz, die Humboldt-Plattform avhumboldt.de sowie die Zeitschriften Iberoamericana (Madrid-Frankfurt am Main) und Istmo (Revista virtual de estudios literarios y culturales centroamericanos). Seit 2011 leitet er POINTS - Potsdam International Network for TransArea Studies.
Ottmar Ette war 2014 Preisträger des Mexikanischen Wissenschaftspreises „Escuela Nacional Altos Estudios" der Universidad Nacional Autónoma de México und ist seit 2012 Chevalier dans l'Ordre des Palmes Académiques. Ottmar Ette hat bislang 18 Monographien vorgelegt. Für „Roland Barthes – Eine intellektuelle Biographie", erschienen 1998 im Suhrkamp-Verlag, erhielt er 2001 den Hugo Friedrich und Erich Köhler-Forschungspreis. Für „José Martí" (Niemeyer 1991, Übers. México: UNAM 1995) wurde ihm 1991 der Nachwuchswissenschaftler-Preis für Romanische Literaturwissenschaft der Universität Freiburg verliehen. Bereits 1987 erhielt Ette den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis für das Manuskript seiner neuen Edition von „A.v.Humboldt: Reise in die Äquinoktial-Gegenden des Neuen Kontinents" (Insel Verlag).

 

Freiburger Vorträge zu Sicherheit und Gesellschaft
Prof. Dr. Tobias Singelnstein
(Lehrstuhl für Kriminologie, Ruhr-Universität Bochum)
Körperverletzung im Amt durch PolizeibeamtInnen

 

In Zusammenarbeit mit dem Centre for Security and Society CSS

 

Dienstag / 09.07.19 / 20 Uhr c.t. / HS 1199, KG I

 


Körperverletzung im Amt durch PolizeibeamtInnen ist bislang kaum empirisch untersucht, obwohl das Thema auch die öffentliche Debatte intensiv beschäftigt. Insbesondere zum Dunkelfeld und zur Dynamik der Konfliktsituationen und ihrer Aufarbeitung liegen kaum Erkenntnisse vor. Vor diesem Hintergrund untersucht das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt KViA-Pol an der Ruhr-Universität Bochum erstmalig systematisch rechtswidrige polizeiliche Gewaltanwendung aus der Perspektive der Opfer und im Kontext des polizeilichen Bearbeitungsprozesses. Im Fokus stehen dabei Viktimisierungsprozesse, das An-zeigeverhalten und die Dunkelfeldstruktur, die mit einer quantitativen Opferbefragung (Online-Fragebogen) und qualitativen ExpertInneninterviews untersucht werden. Der Vortrag stellt den Forschungsstand zum Thema vor und berichtet über die methodische Umsetzung der Fragestellungen im Rahmen der Studie.

Zum Referenten:
Prof. Dr. Tobias Singelnstein ist Inhaber des Lehrstuhls für Kriminologie an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum und kooptiertes Mitglied der Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB. Seine Arbeitsschwerpunk-te liegen in der Kriminologie (u.a. soziale Kontrolle und Gesellschaft, Polizei und Justiz, Sicherheitsforschung) sowie im Strafrecht und Strafprozessrecht (u.a. Amtsdelikte, Ermittlungsmaßnahmen und Beweisrecht, Digitalisierung und Datenverarbeitung im Strafverfahren).
Tobias Singelnstein ist Mitherausgeber der Fachzeitschriften „Neue Kriminalpolitik" und „Kriminologisches Journal" und Vertrauensdozent der Hans-Böckler-Stiftung. 2017 wurde er in den Wissenschaftlichen Beratungskreis (WBK) des Fachdialogs zivile Sicherheitsforschung des BMBF berufen. Seit 2018 leitet er den weiterbildenden Masterstudiengang „Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft" an der RUB.

 

Indonesia's Evironmental Challenges: Policy Response - Climate and Energy Management